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Dem österreichischen Tourismus fehlen die Innovationen, also besinnt man sich in der neu präsentierten Tourismus-Strategie einfach wieder auf Altbewährtes: Alpen, Seen, Kultur und Städte. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. In den vergangenen Jahren, hatten die Werber verkrampft versucht, neue Zielgruppen zu gewinnen, indem sie auch in den Eventbereich hineinschnupperten. Mittlerweile dürfte man erkannt haben, dass mit der Austragung einer touristisch wenig nachhaltigen Fußball-Europameisterschaft oder von Megakonzerten keine treuen Sommerfrischler ins Land geholt werden können. Ins Österreich-Selbstbild passt auch keine Full-Service-Mentalität, sondern Authentizität und Gastfreundschaft. | Die Ideen hinter der Tourismus-Strategie so phantasielos sie auch erscheinen mögen, gehen in die richtige Richtung. Der Knackpunkt ist jedoch die Umsetzung: Viele Initiativen verlaufen sich in Regionen. Zu viele Genussregionen oder auf Regionen abgestimmte Unterhaltungs-Pakete verwirren den Gast draußen am Markt.
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Statt bestimmten Landschaftsgebieten müssen gezielt Themen beworben, klare Botschaften gesendet werden. Dem deutschen Gast ist es egal, ob er seine Wanderstrecke oder Therme in Obergurgl oder Hinterglemm findet - Hauptsache, das Angebot und die Qualität stimmen.
Dabei lautet eine wichtige Zukunfts-Aufgabe für die Tourismus-Vermarkter, diesen Qualitätsbegriff richtig zu interpretieren. Es geht nicht nur darum, die Bausubstanz von klapprigen Hotels und Pensionen zu verbessern, wie es Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner bei der Strategie-Präsentation angekündigt hat. Es geht um Qualität im Kundenservice, Qualität beim Preis-Leistungsverhältnis und Qualität bei der Ausbildung. Hierzu zählen vor allem auch bundesweite Fremdsprachen-Schulungen, die den Einheimischen die Sprache und Kultur der Urlauber näher bringen. Und das nicht nur für die Rezeptionistin - warum nicht auch für den Kaufmann oder die Friseurin im Ort.
Englisch ist immer gefragt, aber auch Ostsprachen. Immerhin sollen laut Tourismus-Strategie die Nahmärkte - neben Deutschland und der Schweiz, auch Tschechien und Polen - angesprochen werden. In Zeiten des knappen Geldbeutels eine vernünftige Idee: Die Chancen, dort Gäste zu bekommen sind wegen der Erreichbarkeit mit dem Auto größer.
Dass es dem österreichischen Tourismus an Innovationen fehlt, führen Experten auf mangelnde Marktforschung zurück. Das Internet könnte nicht nur eingesetzt werden, um mehr junge Menschen auf Österreich aufmerksam zu machen, wie es das Strategiepapier vorsieht. Neue Medien müssen auch viel stärker für die Erforschung des touristischen Konsumverhaltens genützt werden.
Es geht dabei nicht um die x-te Wellness-Studie. Die zu erforschenden Fragen sind: Wohin gehen die Trends im Tourismus und beim Gast in den Herkunftsmärkten? Wie kommt das Angebot an? Und: Was sucht der Urlauber in Krisenzeiten, in denen die Kaufkraft weltweit gering ist?
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer
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