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Wien ist nicht so teuer und es wirkt

Von Bernhard Fischer

Wissen

"Lokalziaga" für Gaststudenten. | Reichlich Essen für wenig Geld. | Wien. "Wien ist so teuer wie Paris", meint der Erasmus-Student Hugue Vilpoux geknickt zu seinen Kollegen vor dem Haupteingang des delikaten "Meinl am Graben". Dem Mann kann geholfen werden.


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Für "Incomings" von den internationalen Partneruniversitäten ist die Situation im Vergleich zu den ortskundigen Einheimischen naturgemäß schwieriger. Die Universität Wien hat für solche Situationen Orientierungshilfen bereitgestellt, aber eine effektive Anleitung für den sparfreundlichen "Lokalziaga" gibt´s dort nicht.

Wo kann man sich also gut und günstig laben, ohne in Mensen "abhängen" zu müssen?

Hip wie Berlin

Zum Beispiel, mittags, beginnend im "Deewan". Pakistan trifft Berlin - was in der deutschen Hauptstadt längst ein Renner ist, hat nun auch seinen Weg in die Donaumetropole gefunden. Es handelt sich um ein pakistanisches Lokal mit einem besonderen Konzept. Feste Preise gibt es nur für Getränke, für die Speisen zahlt man, was man kann oder möchte.

Mit der geeigneten Unterlage geht es weiter in "Stiegls Ambulanz" im alten AKH. Mittlerweile sind Preis und Einrichtung etwas nobler geworden, aber das Bierlokal mit Kamin bietet immer noch ausreichend studentisches Ambiente, sowohl für Stationssäufer als auch selbsternannte Intellektuellenzirkel.

Im Anschluss geht es Richtung Schottenring, um dort die musikalische Neugierde bei einem der besten Soundsysteme Europas, im "Flex", zu befriedigen. Punks und Anzugträger feiern dort friedlich nebeneinander, die Musik variiert bei leistbaren Alkoholika von Metal bis Elektro, Konzerte und Abende zum Tanzen finden regelmäßig statt.

Wer von kulinarischen Individualreisen wenig hält und auf das alltägliche Bierchen verzichten will, kann sich immer noch in die Mensa retten. Diese ist mittlerweile besser als ihr Ruf. Besonders die Mensa der WU oder jene des Afro-Asiatischen Instituts bieten von "brain food" bis Gemüse-Couscous eine beeindruckende Essens-Vielfalt.

Und sogar für Daheimgebliebene oder Heimkehrende gibt es Programm: asiatische Küche und Bier aus dem Internet.

Bermudadreick in Wien

Das Bermudadreieck gehört zum Wiener Nachtleben wie der Erdäpfelsalat zum Schnitzel. Immerhin haben sich in diesem belebten Altstadtviertel 17 Lokale um die Ruprechtskirche angesiedelt, vom "Stehachterl" über das "Krah-Krah" bis zum "Kaktus" reicht der Lokal-Augenschein für ambitionierte Nachteulen.

Wer lieber in metrischen Maßen isst, wird im rustikalen "Centimeter" auf seine Rechnung kommen, die obendrein ebenso geldschonend ausfällt wie die Teller üppig sind. Belegte Brote werden in Zentimeterbreiten bestellt, und das wienweit in sieben Filialen.

Keiner kann dem lukullischen Spaßfaktor auskommen. Prost Mahlzeit!