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Wien ist Österreichs reichste Region

Von Edith Grünwald

Wirtschaft

Jeder Wiener erwirtschaftet 40.300 Euro pro Jahr. | Ein Viertel der heimischen Wertschöpfung in Wien. | Wien. Die Bundeshauptstadt ist Österreichs wirtschaftliches Schwergewicht: Exakt 40.300 Euro hat jeder Wiener und jede Wienerin im Jahr 2004 laut Statistik Austria erwirtschaftet. Wien ist damit die reichste Region Österreichs - im Landes-Durchschnitt lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf bei 28.800 Euro. Am zweiten Platz liegt Oberösterreichs Industrie-Region Linz-Wels mit 36.600 Euro, die drittreichste Region ist Salzburg und Umgebung (35.500 Euro), vierter im Ranking ist Graz (34.800 Euro). An fünfter Stelle folgt bereits das südliche Wiener Umland mit 32.500 Euro BIP pro Kopf (siehe auch Grafik).


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West-Ost-Gefälle

Im Vergleich der Statistik Austria zeigt sich innerhalb Österreichs ein deutliches Wohlstandsgefälle von West nach Ost - unterbrochen nur durch die Landeshauptstädte. Zu den zwölf reichsten Regionen zählen auch das Tiroler Außerfern und die Region Bludenz-Bregenzer Wald. Die ärmsten Regionen Österreichs liegen in den nördlichen und südöstlichen Grenz-Randlagen.

Schlusslicht Mühlviertel

Das Mühlviertel an der Grenze zu Tschechien ist Österreichs Wohlstands-Schlusslicht: Mit 15.100 Euro BIP pro Kopf wurde hier nicht einmal die Hälfte der Wiener Wirtschaftsleistung erreicht. Das Weinviertel steht mit 15.200 Euro kaum besser da.

Im Südburgenland wurden 16.600 Euro pro Kopf erwirtschaftet, im Mittelburgenland 17.600 Euro und in der Oststeiermark 18.700 Euro - noch immer um rund 10.000 Euro weniger als im Österreich-Schnitt.

Unterschiedlich verlief die Wirtschaftsentwicklung in den ärmeren Regionen: Die südöstlichen Gebiete, die an Ungarn bzw. Slowenien grenzen, konnten dank eines überdurchschnittlichen BIP-Wachstums von 1995 bis 2004 aufholen und sind bereits etwas näher an den österreichischen Durchschnitt herangerückt.

Weniger Dynamik zeigt sich hingegen an den nördlichen Grenzen Nieder- und Oberösterreichs: Das Wachstum im Mühlviertel, Weinviertel und Waldviertel entwickelte sich unterdurchschnittlich.

Aus Sicht der Wirtschaft ist Wien die bei weitem wichtigste Region Österreichs: Mehr als jeder vierte Euro wurde 2004 in der Bundeshauptstadt erwirtschaftet. Mit einem regionalen BIP von 65 Mrd. Euro steuerte Wien 27,5 Prozent zur gesamtösterreichischen Wirtschaftsleistung von rund 236 Mrd. Euro bei.

Die Region Linz-Wels kommt mit einem Bruttoregionalprodukt von fast 20 Mrd. Euro auf ca. 8 Prozent des gesamtösterreichischen BIP, Graz erreicht mit einem regionalen BIP von 13 Mrd. Euro 5,5 Prozent.

Danach folgen Salzburg und Umgebung (12 Mrd. Euro, Anteil 5,1 Prozent) und das südliche Wiener Umland (knapp 10 Mrd. Euro, 4,1 Prozent Anteil).

Die kleinsten Regionen Lungau, Mittelburgenland und Außerfern erreichen je nicht einmal 0,5 Prozent des Österreich-BIP.

Die Regionen rund um die Landeshauptstädte erzielten überdurchschnittliche Wirtschaftsleistungen pro Kopf. Die einzige Ausnahme bildete hier das Nordburgenland mit 23.200 Euro.