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Wien kann sich nicht ganz abschotten

Von Hans Almer

Wirtschaft

Ausgesprochen starke Kursausschläge mit extremen Tagesschwankungen prägen den Börsensommer 2002. So war es auch in den letzten Juli- und ersten Augusttagen, als auf markante Gewinne zur Wocheneröffnung noch weitaus kräftigere Verluste in den darauffolgenden Tagen folgten.


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Die internationalen Finanzmärkte starteten mit einer Rally in die abgelaufene Börsenwoche, wobei auch ein neuer Bilanzskandal (QWest) der Hochstimmung keinen Abbruch tun konnte. Schon am Dienstag war es allerdings mit der Euphorie wieder vorbei, wurden die Investoren aufgrund schwacher US-Konjunkturdaten auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Börsen in Europa brachen massiv ein. Zogen zum Wochenanfang vor allem die enttäuschende wirtschaftliche Entwicklung der USA Gewinnrealisationen nach sich, so haben Mitte der Woche eine Gewinnwarnung der Allianz sowie eine Reihe schlechter Ergebnismeldungen das Vertrauen der Investoren in Europa aufs Neue erschüttert.

Die Wiener Börse hat sich in diesem hektischen Szenario recht gut verkauft und konnte die Korrekturen in relativen Grenzen halten. Der ATX beendete die Börsenwoche mit 1.121,84 Punkten und lag damit per saldo mit 2,87% im Minus. Der österreichische Leitindex ist damit auch unter den Jahresschluss 2001 gefallen und hat seit Jahresbeginn 1,62% eingebüßt. Der weiter gefasste ATX Prime gab in der abgelaufenen Woche um 2,56% nach und der den Gesamtmarkt repräsentierende WBI sank um 2,04% auf 466,36 Punkte. Im Vergleich dazu sackte der DJ Euro Stoxx 50 um fast 8% ab und brach der DAX um mehr als 9% ein.

Von den ATX-Werten konnten sich BBAG nach den Verlusten der vorhergehenden Börsenwoche erholen. Der Titel verbesserte sich per salod um 8,%. Kräftig zulegen konnten auch Generali Holding, Telekom Austria und OMV. Massive Kursverluste mussten dagegen allen voran Wolford hinnehmen. Der Vorarlberger Strumpf- und Bodyerzeuger sackte um mehr als 10% ab. VA Tech sanken um fast 8% und RHI um mehr als 7%. Kursverluste von über 5% erlitten Erste Bank und Böhler-Uddeholm. Wienerberger fielen auf neue Tiefstkurse.

Im Prime market gerieten zudem CLC massiv unter Druck und sanken um 11,4%. Brau-Union fielen um 8,7% und JoWooD verloren 4,3%. Zu den wenigen Gewinnern zählten dagegen BETandWIN mit einem Kursanstieg von 6,3%.

Im standard market continuous setzten CyberTron ihre rasante Talfahrt fort und notierten nach einem weiteren Minus von 16,7% nur noch bei 15 Cent. Stärker nachgegeben haben auch Lenzing (-1,9%). Ein gewaltiges Lebenszeichen von sich gegeben haben dagegen die in Wien gelisteten deutschen Banken. Deutsche Bank kletterten um über 8% und HypoVereinsbank um fast 6%. Etwas fester präsentierten sich auch Royal Dutch sowie Stämme und Vorzüge der Porr.

Von den am Neuen Markt in Frankfurt gelisteten österreichischen Aktien stachen AT&S mit einem Kursanstieg um fast 12% positiv hervor. Der Chiphersteller trotzte den schwierigen Marktbedingungen und legte ein beachtenswertes Quartalsergebnis vor. Pankl Racing sackten dagegen um fast 23% ab, nachdem der Formel 1-Zulieferer wieder einmal die gesteckten Ziele nicht erreicht hat.

Hans Almer ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse"