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Wien mit freundlichem Wochenausklang

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Der Wiener Aktienmarkt bewegte sich in dieser Woche bei deutlich gestiegenen Umsätzen als zuletzt in einer engen Spanne seitwärts. Die Stimmung hat sich wieder aufgehellt und die Kauflust der Investoren war wieder deutlich höher als in den Wochen zuvor. Die internationalen Rahmenbedingungen waren zwar nicht gerade überschäumend, aber - vor allem von den europäischen Aktienmärkten ausgehend - positiv.


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Experten sind der Meinung, dass die Märkte zu schnell und zu tief gefallen sind. Außerdem verfügen institutionelle Investoren über hohe Cash-Bestände, die gut angelegt werden wollen.

Spielverderber war der vorübergehend gestiegene Ölpreis. Unterdessen hat die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) eine Erhöhung ihrer offiziellen Förderquote beschlossen, um damit einer Schwächung der Weltkonjunktur durch hohe Energiekosten entgegenzuwirken. Außerdem hofft man nach dem Abklingen des Hurrikans Ivan und der Wiederinbetriebnahme der Ölförderanlagen in dieser Region auf eine zusätzliche Entspannung beim Ölpreis.

Weniger Freude hatten die Investoren mit den unter den Erwartungen gelegenen Konjunkturdaten in Deutschland und in den USA.

Für stärkere Kursveränderungen verantwortlich war der dreifache Verfallstermin an den Derivatebörsen am Freitag. Beim sogenannten "großen Hexensabbat" sind Optionen und Futures auf Indices sowie Optionen auf Aktien verfallen. Dies führte in den Tagen davor zu starken Kursschwankungen.

Die generell positive Entwicklung der europäischen Börsen färbte auch etwas auf den Wiener Aktienmarkt ab, was wenigsten zu einem positiven Wochenausklang beigetragen hat.

Der ATX beendete diese Woche mit 2.019,72 Zählern um 0,43% über der Vorwoche. Der den Gesamtmarkt umfassende WBI erhöhte sich um 0,29% auf 785,60 Punkte.

Im prime market zogen in erster Linie Wolford (+11,8%) sowie BETandWIN.com (+12,5%) an.

Wolford profitierte davon, dass der Verlust des ersten Quartals 2004/05 (Mai bis Juli) gegenüber dem Vorjahr reduziert werden konnte. Außerdem sehen Marktteilnehmer nach dem Verkauf der Palmers-Gruppe Übernahmefantasie für den börsenotierten Vorarlberger Luxuswäscheerzeuger.

Im Zusammenhang mit BETandWIN.com verdichten sich die Anzeichen, dass deren Tochter Betbull noch Anfang Oktober an die Wiener Börse kommt.

Positiv entwickelte sich wieder VA Tech (+6,6%), nachdem sich zwei neue Investorengruppen beteiligt haben. Goldmann Sachs erwarb 4,9% der VA Tech-Aktien und Fidelity 5,2%. voestalpine kletterte auf ein neues Jahreshoch von 44,70 Euro, konnte dieses aber nicht bis zum Schluss halten. Im Wochenabstand schaffte sie aber trotzdem ein Plus von 4,7%.

Freundlich zeigten sich weiters Erste Bank (+5,1%), Eybl International (+5%) und Böhler-Uddeholm (+3,4%).

Semperit (+2,4%) markierte in dieser Woche zweimal ein neues Jahreshoch, das nun bei 19,49 Euro liegt. Auch der Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann (+1,8%) stieg auf ein neues Jahreshoch von 15 Euro.

Die größten Verlierer waren Verbund (-6,4%), Agrana (-3,7%), OMV (-3,2%) und UNIQA (-2,6%), die nun aus dem ATX fällt. Nachgegeben haben auch Generali (-2,6%), Flughafen Wien (-2%), RHI und Wienerberger (jeweils -1,9%), Mayr-Melnhof (-1,8%) sowie Austrian Airlines und EVN (jeweils -1,6%).

Die ausgezeichneten Verkehrszahlen im August von Austrian Airlines und Flughafen Wien haben somit auf die Börsenkurse keine positiven Auswirkungen gezeigt.

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse"