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Wien mit kurzen Sprints ins Plus

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

In der auf vier Tage verkürzten Börsenwoche begnügte sich der heimische Aktienmarkt mit zwei kurzen Sprints, um im Wochenabstand mit einem schönen Plus abzuschließen. Mangels heimischer Unternehmensnachrichten orientierten sich die Investoren vor allem an den internationalen Börsen, speziell an der guten Performance der europäischen Märkte.


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Die Börsen ignorieren schon seit einiger Zeit die Konjunkturflaute und schenkten technischen Faktoren nach den massiven Kursverlusten der vergangenen Monate mehr Aufmerksamkeit. So war es auch möglich, dass führende europäische Aktienmärkte im Oktober zwischen 10 und 15% gestiegen sind. Mit dieser starken Aufwärtsentwicklung konnte Wien zwar nicht Schritt halten, doch waren hierzulande die Kurse zuvor auch nicht so massiv abgestürzt. In der Berichtswoche hat sich der heimische Aktienmarkt jedenfalls stark an den Vorgaben der führenden europäischen Börsen orientiert. Nach dem starken Wochenbeginn legte Wien eine Verschnaufpause, um mit einem zweiten Sprint die Woche und damit auch den Oktober positiv abzuschließen. Der Leitindex ATX kletterte in der Berichtswoche um 3,13% auf 1.082,80 Punkte. Im Monatsabstand konnte damit ein kleines Plus von 1,2% über die Bühne gebracht werden. Der WBI als Indikator für den Gesamtmarkt verbesserte sich im Wochenabstand um 2,08% auf 452,58 Zähler. Die im ViDX zusammengefassten wachstums- und technologieorientierten Werte stiegen in der vergangenen Woche um 1,47% auf 579,85 Punkte.

Im prime market der Wiener Börse war in der letzten Oktoberwoche Wienerberger mit einem Kursanstieg von 12,5% der klare Gewinner. Kräftig angezogen haben auch RHI (+12,1%), BWT (+10,7%) und UNIQA (+9,2%). Ein starkes Lebenszeichen von sich gegeben hat auch VA Tech mit einem Kursplus von 8,9%. Die relativ starke Nachfrage wird im Markt eher als technische Reaktion auf die massiven Verluste der letzten Zeit gewertet, zumal keine Neuigkeiten über das Unternehmen vorliegen. Andritz (+4,4%) profitierten von der weiteren Expansion mit der Übernahme des Bereiches Zellstoff- und Papiertrockner von der ABB Asea Brown Boveri Ltd. Deutlich auf die positive Seite geschlagen haben sich weiters OMV (+6,5%), Wolford (+6,4%), Austrian Airlines (+5,4%) und voestalpine (+4,5%).

Die größten Verlierer im prime market waren JoWooD (-5,5%), Palfinger (-5,2%) und Erste Bank (-2,5%). Vor allem die Kursentwicklung der Erste Bank hat teilweise Rätsel aufgegeben, weil sie ohne fundamentale Nachrichten auch gegen den europäischen Branchentrend notierte.

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift bankundbörse