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Wien startet 2004 mit Feuerwerk

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Das Börsejahr 2004 hat am Wiener Aktienmarkt mit einem Kursfeuerwerk begonnen und damit an den Aufwärtstrend des Vorjahres angeschlossen. Der ATX, der mit dem Basiswert 1.000 am 2. Jänner 1991 gestartet war, aber noch fünf Jahre rückgerechnet wurde, steht derzeit mit 1.627 Punkten auf dem Niveau von Mitte 1990.


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Auch der WBI als Spiegelbild für den Gesamtmarkt befindet sich auf dem Niveau von Anfang August 1990, dem Jahr, in dem am 19. März das historische Hoch erreicht wurde. Vor dem Hintergrund einer sich aufhellenden Weltkonjunktur und steigender Unternehmensgewinne befinden sich auch die internationalen Börsen weiter im Aufwärtstrend. Gestützt durch diese Entwicklung und die guten Prognosen für die Wiener Börse - wie steigende Unternehmensgewinne, Osteuropa- und Chinaphantasie zahlreicher heimischer Betriebe sowie Zukunftsvorsorge - zeigte das Kursbarometer ein ausgeprägtes Hoch an. Obwohl der gesamte prime market vom Anstieg erfasst wurde, waren die Indexschwergewichte die tragenden Säulen. Dies zeigte auch der Anstieg des mit 2. Jänner 2004 neu eingeführten ATX five, der aus den fünf größten Titeln BA-CA, Erste Bank, Telekom Austria, OMV und Wienerberger besteht.

Die ersten Börsentage 2004 waren auch von guten Umsätzen gekennzeichnet, die mit durchschnittlich 80 Mill. Euro über den bereits gestiegenen Umsätzen des Vorjahres (durchschnittlich 77 Mill. Euro) lagen. Das starke Kaufinteresse rührt auch daher, dass internationale Fonds österreichischen Aktien quasi wieder "entdeckt" haben.

Der ATX schloss die vergangene Woche mit 1.627,46 Punkten um 5,3 % über dem Jahresschluss 2003. Der WBI als Indikator für den Gesamtmarkt d erzielte ein Plus von 4,3% auf 650,42 Zähler. Eine geschlossen starke Entwicklung zeigten die im ViDX abgebildeten zehn Werte, die bis auf die unveränderte UIAG alle im Plus lagen. Demzufolge stieg der ViDX seit Ende 2003 um 6,7 % auf 919,53 Punkte.

Für Furore sorgte im prime market die Aktie der Investkredit, die seit dem Jahreswechsel um knapp ein Fünftel (18,7%) gestiegen ist. Ursache dafür ist die Phantasie für die Aktie, nachdem das Institut eine Kapitalerhöhung in Aussicht gestellt hatte. Damit verbunden hofft man in Marktkreisen, dass gleichzeitig der Streubesitz von derzeit nur 13% und damit die Liquidität erhöht wird. Bei hohen Umsätzen gesucht waren auch BA-CA (+ 7,9 %), die in einer Erstanalyse von UBS mit "Buy2" empfohlen wurden. Erste Bank (+5,4%) stiegen auf ein neues historisches Hoch von 105 Euro, korrigierten danach aber etwas. Kräftig angezogen haben auch Wienerberger (+ 7,5%), die von CSFB von "neutral" auf "outperform" hochgestuft wurden. Das Kursziel wurde mit 26 Euro angegeben. Kräftige Kursanstiege verzeichneten auch Topcall (+ 14,1 %), Austrian Airlines (+ 12,9 %), JoWooD (+ 12,3 %), RHI (+ 11,9 %), BWT (+ 11,6 %) und Flughafen Wien (+ 9,1 %). Eine Reihe weiterer Aktien stieg um bis zu 7 %.

Unter den wenigen Verlierern im prime market fanden sich Andritz (- 6,7 %) und Wolford (- 4,8 %).

Bei den im standard market zu fortlaufenden Kursen gehandelten Papieren blieb die Kursentwicklung der heimischen Aktien meist eng begrenzt. Schwächer tendierten Porr Stamm (- 3,8 %) und Vorzug (- 2,8 %) sowie Wiener Städtische (- 3,6 %).

Werner M. Szabó ist Redakteur de Zeitschrift bankundbörse