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Am Wiener Aktienmarkt hat sich in der letzten Maiwoche die Stimmung wieder deutlich aufgehellt. Dem Einfluss der internationalen Märkte konnte sich die heimische Börse noch immer nicht ganz entziehen, vereinzelt gibt es aber schon beachtliche eigene Impulse.
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Die Befindlichkeit der Aktienbörsen allgemein hängt derzeit sehr stark von der Ölpreisentwicklung ab. Die Investoren erwarten nun gespannt das Treffen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), bei dem eine Förderanhebung beschlossen werden soll. Die Hoffnung besteht nun darin, dass nach diesem Treffen der Preis sich auf einem für die weltweite Konjunktur erträglichen Niveau einpendelt.
Andere Kurs beeinflussende Faktoren sind zunächst in den Hintergrund getreten. Dennoch wird derzeit darüber spekuliert, ob angesichts der zuletzt veröffentlichten US-Konjunkturdaten der erste Zinserhöhungsschritt der amerikanischen Notenbank statt im Juni doch erst im August erfolgen könnte. Für Europa schätzen Volkswirte mehrheitlich, dass angesichts der noch flauen Konjunktur die Europäische Zentralbank erst im kommenden Jahr eine Zinsanhebung vornehmen wird.
Vor diesem Hintergrund konnte der Wiener Aktienmarkt den zuletzt gezeigten Aufwärtstrend weiter fortsetzen, ohne dabei zu übertreiben. Am letzten Handelstag dieser Woche ist der ATX sogar wieder in Richtung der 1.880-Punkte-Marke vorgestoßen.
Der Leitindex schloss die Woche mit 1.879,80 Zählern, was gegenüber der Vorwoche ein Plus von 2,59% bedeutet. Der WBI als Indikator für den Gesamtmarkt erhöhte sich um 2,12% auf 737,30 Punkte.
Im prime market stiegen vor allem Topcall (+8,4%), Erste Bank (+7,2%), Palfinger (+6,1%), Schoeller-Bleckmann (+4,9%) sowie Agrana und Wienerberger (jeweils +4,6%). Topcall gab die Fortsetzung des Aktienrückkaufprogrammes bekannt, was sich positiv auf den Kurs niedergeschlagen hat. Erste Bank profitierte von der Aufnahme in den MSCI Europa Index.
Der Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann markierte mit 13,60 Euro sogar ein neues Jahreshoch. Das Unternehmen profitierte vom hohen Ölpreis, weil durch diesen die Bereitschaft zu mehr Explorationsausgaben der Ölfirmen größer wird, was wiederum automatisch zu einer erhöhten Nachfrage nach Ölfeldausrüstungen führt.
Die Aktie der Agrana bekommt durch das dritte Standbein, die Fruchtzubereitung, neue Phantasie. Mit der dänischen Vallø Saft, der Steirerobst und der weltweit tätigen Atys Gruppe steckt große Dynamik in diesem Geschäftsfeld. Wienerberger zeigte sich ebenfalls freundlicher, doch scheint das Potenzial aufgrund der derzeit laufenden Kapitalerhöhung vorerst begrenzt.
EVN (+3,9%) profitierte vom ausgezeichneten Halbjahresergebnis, das von den jungen Geschäftsfeldern Wasser und Abfallverwertung positiv beeinflusst wurde. Telekom Austria wurde ebenso wie Erste Bank in den MSCI Europa Index aufgenommen, was sich aber nur in geringem Maße auf den Kurs ausgewirkt hat.
OMV musste in dieser Woche den Dividendenabschlag von 4 Euro verkraften und lag daher um 2% tiefer. Schwächer tendierten vor allem UIAG (-5,2%), die auf das Jahrestief von 9,90 Euro zurückgefallen sind. Unter den wenigen Rückgängen fanden sich auch Mayr-Melnhof (-2,8%) und Eybl (-1,3%).
Im standard market continuous standen den freundlicheren Wiener Städtische (+2,3%) die nachgebenden Porr Vorzug (-3,1%), Constantia-Iso (-2,2%) sowie DO & CO (-1,6%) gegenüber.
Im standard market auction waren vor allem ATB Austria, UBM Real Stamm und SW Umwelttechnik fester. n
Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse"
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