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Der Wiener Aktienmarkt war in der abgelaufenen Woche durch Orientierungs- und Ratlosigkeit geprägt, denn ein Schatten des Terrors hat sich über alle Börsen der Welt gelegt. Die Anschläge auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington lösten naturgemäß Panik aus.
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In den schwierigen Stunden der Terroranschläge stand die New Yorker Börse kurz vor ihrem Handelsstart, während sich die europäischen Märkte mitten im Geschehen befanden. Das Bekanntwerden des unfaßbaren Ereignisses hatte an sämtlichen Handelsplätzen massive Kursstürze zur Folge, wovon in erster Linie Aktien von Versicherungen und Fluggesellschaften auch Tage danach noch betroffen waren. Die Leitindizes verschiedener Länder stürzten an diesem "schwarzen Dienstag" zeitweise bis zu mehr als 10% ab.
In der Folge blieben die Märkte zunächst weitgehend besonnen, wurden aber gegen Wochenschluß doch zunehmend nervös. Einerseits wuchs die Angst wegen möglicher Gegenschläge der USA als Folge der Terrorangriffe und andererseits belastete die Unsicherheit, wie sich die US-Märkte bei der Wiedereröffnung verhalten werden. In diesem internationalen Horrorszenario hat auch die Wiener Börse stark verloren. Die Nerven der Marktteilnehmer liegen praktisch blank, was eine hohe Volatilität und nicht wirklich aussagekräftige Aktienkurse zur Folge hatte.
Die Geschäftstätigkeit war in Wien höchst unterschiedlich. Nach relativ hohen Umsätzen am Dienstag mit 76,9 Mio. Euro bzw. 1,1 Mrd. Schilling sackte das Volumen in den folgenden Tagen fast auf die Hälfte ab. Die Anleger begaben sich teilweise in Warteposition, um die Lage neu zu überdenken - immerhin war auch die Leitbörse der Welt in New York geschlossen.
Der Wiener Leitindex ATX schloß die dritte Septemberwoche mit 1.122,55 Punkten um 5,4% unter dem Vorwochenschluß. Der WBI als Indikator für den Gesamtmarkt fiel um 4% auf 462,69 Zähler zurück und der ViDX ging nach einem 8%igen Rückschlag mit einem neuen Jahrestief von 760,42 Punkten aus dem Markt. Noch wesentlich stärker reagierten die meisten europäischen Börsen, die sogar Einbußen von mehr als 10% verzeichneten.
Im ATX-Markt gab es bis auf die leicht gestiegenen Libro und die unveränderten Mayr-Melnhof, Austria Tabak und Verbund nur Verlierer. Massiv eingebrochen sind RHI (-28,5%), Austrian Airlines (-20,6%), Flughafen Wien (-15,8%) und CyberTron (-13,5%). Verluste um mehr als 10% verzeichneten noch BWT, Head und VA Tech. OMV schwächten sich um 7,7% und Voest-Alpine um 7,6% ab.
Im Specialist Market zeigte sich ein nahezu ähnliches Bild wie im A-Markt. Die größten Verlierer waren hier JoWooD (-16,4%), Palfinger (-14,1%) und HypoVereinsbank (-12,1%). Kräftig eingebrochen sind weiters AHT (-10,7%), Semperit (-8,1%), Do & Co (-7,7%) sowie stage1.cc (-6,1%). Den einzigen wirklich nennenswerten Kursanstieg verzeichnete Admiral Sportwetten mit plus 9,4%.
Im C-Markt waren die negativen Tendenzen überraschend nicht so zahlreich wie im A- und B-Markt. Kräftige Kurseinbußen verzeichneten insbesondere Burgenland Holding (-18,2%), Hild Stamm (-16,3%) und schon mit deutlichem Abstand Readymix Kies-Union sowie Vogel & Noot Wärmetechnik mit jeweils minus 6%. Auf der Gewinnerseite standen ATB (+12%), Kapital & Wert (+10,8%) und Frauenthal (+5,9%).
Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift bankundbörse
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