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Wiener ATX auf neuem Höhenflug

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Der Wiener Aktienmarkt entwickelte sich in dieser Woche zum Teil konträr zu den internationalen Börsen. Vor allem aber setzte er in der zweiten Wochenhälfte zu einem neuen Höhenflug an und der ATX kletterte sowohl am Donnerstag als auch am Freitag auf neue historische Höchststände.


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Entgegen der über weite Strecken eher flauen internationalen Börsenentwicklung präsentierte sich Wien also in guter Verfassung. Zugpferd Nummer eins war BA-CA, die gleich mehrmals neue Allzeithochs markierte.

Für allgemeine Verunsicherung an den internationalen Kapitalmärkten sorgte zunächst der neuerlich auf Rekordniveau gestiegene Ölpreis. Marktteilnehmer beklagten, dass der Ölpreisanstieg nicht nur deutlicher als erwartet gestiegen ist, sondern auch schon länger als erwartet dauert. Im weiteren Wochenverlauf fiel der Ölpreis wieder, weil unter anderem die Öl-Lagerbestände in den USA überraschend gestiegen sind. Die veröffentlichten Statistiken zur US-Konjunktur fielen uneinheitlich aus und hatten sich daher auf die Aktienmärkte kaum ausgewirkt. Die bevorstehende US-Präsidentenwahl ließ institutionelle Investoren vor größeren Aufträgen ohnehin zurückschrecken. Außerdem heißt es, dass viele institutionelle Anleger ihre Bücher geschlossen haben und auf die Unternehmensnachrichten zum dritten Quartal warten wollen.

An der Wiener Börse hat sich das Geschäft gegenüber der zuletzt gezeigten Flaute wieder belebt. Waren zu Beginn der Woche die täglich gehandelten Volumina noch weit unter dem Jahresdurchschnitt (142 Mio. Euro), lagen sie in der zweiten Wochenhälfte bei steigenden Kursen deutlich darüber. Die höchsten Umsätze verzeichneten Erste Bank und OMV, vor Telekom Austria, BA-CA, Wienerberger und voestalpine.

Der ATX schloss die Woche mit 2.063,97 Punkten um 1,84% über der Vorwoche und nur knapp unter dem am Freitag im Verlauf markierten neuen Allzeithoch von 2.069,90 Zählern. Der den Gesamtmarkt umfassende WBI erhöhte sich um 2,07% auf das neue historische Hoch von 805,95 Punkten.

Im prime market waren BA-CA (+9,6%) der größte Gewinner, die Aktie stieg in den letzten Tagen immer wieder auf neue Höchststände. Internationale Analysten von UBS haben das Kursziel auf 66 (zuvor: 60) Euro erhöht und die Gewinnschätzungen angehoben. Vom derzeitigen Niveau aus hätte die Aktie der BA-CA damit noch Potenzial von rund 12%. In der Gunst der Anleger standen auch voestalpine (+3,6%), die ebenfalls ein neues Jahreshoch erklommen. Das Unternehmen hatte zuvor den Ergebnisausblick bekräftigt, wonach für 2004/05 ein Betriebsergebnis (EBIT) auf Vorjahresniveau von rund 250 Mio. Euro erwartet wird. Außerdem wurde der Stahl- und Verarbeitungskonzern in die Mid Cap Fokus-Liste der Deutschen Bank (DB) aufgenommen. Bei einem von der DB genannten Kursziel von 57 Euro hätte die Aktie noch ein Potenzial von gut 23%. Positiv entwickelten sich auch Generali Holding (+5,2%), Palfinger (+4,3%), Andritz (+3,9%) und Wienerberger (+3,1%). Der weltgrößte Ziegelhersteller baute sein Firmenimperium - diesmal in Großbritannien - weiter aus. Damit wurde Wienerberger zum drittgrößten Ziegelproduzenten auf der britischen Insel. EVN hat den Kauf der Mehrheit an zwei bulgarischen Energieunternehmen erfolgreich abgeschlossen, was der Aktie (+1,2%) Auftrieb verliehen hat. Auf der Verliererseite standen in dieser Woche Eybl International (-4,9%), Brain Force (-3,1%), Investkredit (-2,9%) sowie S&T und BETandWIN.com (jeweils -1,9%). Bei den im standard market zu fortlaufenden Kursen gehandelten Werten fielen Wiener Städtische (+5,3%) positiv auf.

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse"