Zum Hauptinhalt springen

Wiener Börse auf Zick-Zack-Kurs

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Der Wiener Aktienmarkt ließ in der dritten Juniwoche einen klaren Trend vermissen. Obwohl die Kursentwicklung eher einem Zick-Zack-Kurs geglichen hat, schloss die Börse mit einem kleinen Plus. In einem international schwachen Börsenumfeld - vor allem die europäischen Märkte büßten wieder Terrain ein - hat sich der österreichische Aktienmarkt somit erneut beachtlich geschlagen.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 24 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Die abgelaufene Woche war vor allem hinsichtlich der Unternehmensnachrichten sowohl international als national ziemlich spannungsgeladen. Für positive Stimmung sorgte international der US-Software-Konzern Oracle, der die prognostizierten Gewinne übertreffen konnte. Die dadurch geweckten Hoffnungen auf eine baldige Erholung des Technologiesektors wurden - zumindest in Europa - rasch wieder im Keim erstickt, zumal Infineon und BASF Gewinnwarnungen verlautbaren mußten.

In Österreich erlebte die EVN-Aktie nach Bekanntgabe des vom Verbund verkauften EVN-Anteiles von 14% an eine Investmentbank einen wahren Höhenflug. Die Libro-Aktie war wiederum durch die Spekulationen um eine Übernahme hin und her gerissen. Nachdem schon ein weiterer deutlicher Kursverlust drohte, gab es in den letzten Stunden der Freitagsitzung noch ein Aufbäumen, sodaß ein Nullsummenspiel herauskam. Noch vor Börsenschluß war bekanntgeworden, daß die Bietergruppe Böhm/Hofmann die Mehrheitsanteile an Libro erwerben werden. Ob dabei allerdings schon das letzte Wort gesprochen ist, scheint noch nicht ganz klar zu sein. Vor allem die kreditgebenden Banken scheinen nicht zufrieden zu sein.

Ein echter Höhepunkt war der in den Abendstunden am Donnerstag fixierte Verkauf des 41,13%-Pakets der ÖIAG an der Austria Tabak. Das Rennen machte bekanntlich die zuletzt favorisierte britische Tabakgruppe Gallaher Plc, die 85 Euro pro Aktie geboten hat. Die AT-Aktie schloß die Woche mit einem Kurs von 82,39 Euro - im Wochenabstand ein Plus von 8,4%, im Jahresabstand eine Verdoppelung.

Der Blue Chip Index ATX, der während der gesamten Woche eine starke Volatilität gezeigt hatte, schloß die Berichtswoche mit 1.236,34 Zählern, um 0,35% höher als zum Vorwochenschluß. Der den Gesamtmarkt repräsentierende WBI erhöhte sich um 0,54% auf 499,35 Punkte. Die Wiener Börse hat damit einmal mehr fast alle europäischen Aktienmärkte outperformt. Die in Wien gelisteten und im ViDX abgebildeten wachstums- und technologieorientierten Werte konnten sich der schwachen Entwicklung der europäischen Wachstumsmärkte nicht ganz entziehen und verlor rund 1,6%. Hauptverantwortlich dafür waren UIAG, BETandWIN.com und das Indexschwergewicht BWT.

Im ATX-Segment stachen vor allem EVN mit ihrem 20%igen Kursanstieg hervor, die damit einen neuen Jahreshöchstkurs markierten. Deutlich fester neben Austria Tabak auch CyberTron (+5,2%) und Böhler-Uddeholm (+3,8%). Stärker zurückgestuft wurden BETandWIN.com (-8%), BWT (-6,3%) sowie OMV, Head und Wienerberger mit je mehr als 4%.

Im Specialist Market zogen bei insgesamt ausgeglichenem Kursbild Brau-Union (+5,2%) und Jenbacher (+4%) stärker an. Um mehr als 3% erhöhen konnten sich SW Umwelttechnik, UNIQA und BBAG. Hingegen sackten UIAG, die in die Verkaufsverhandlungen um Libro als Aktionär involviert ist, um 11,8% ab. Der Börsenneuling CLC schwächte sich um 3,5% ab. Bei den im C-Markt notierten Small Caps standen den sehr festen IFE (+29,3%) schwache Vogel & Noot Wärmetechnik (-20%) gegenüber.

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse"