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Wiener Börse klettert auf 6-Wochen-Hoch

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Der österreichische Aktienmarkt hat in der abgelaufenen Woche die zuletzt gezeigte Lethargie abgelegt und ist zu neuem Leben erwacht. Mit einer deutlich besseren Performance hat er sich vom internationalen Börsegeschehen wieder einmal abkoppeln können.


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Während die meisten europäischen Börsen nur leicht anzogen, gab es in Wien einen deutlichen Ruck nach oben. Der ATX übersprang dabei erstmals seit sechs Wochen wieder deutlich die Marke von 1.900 Punkten.

Die unterschiedliche Auslegung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat Wien weniger gehemmt als die anderen Aktienmärkte. Viel wird darüber spekuliert, in welchem Ausmaß die amerikanische Notenbank die Zinsen erhöhen wird. Dass die Leitzinsen angehoben werden, daran zweifelt wohl niemand mehr.

Experten sind aber davon überzeugt, dass weder der Ölpreis noch die zu erwartenden höheren Zinsen die optimistischen Prognosen für die Weltwirtschaft ernsthaft gefährden könnten. Allerdings werden die Anleger die Risiken sehr wohl im Auge behalten.

Für Investoren, die weiter in die Zukunft blicken, ergeben sich derzeit noch interessante Renditechancen. In Wien wurden diese Möglichkeiten offenbar schon teilweise genutzt, was dem ATX ein deutliches Plus beschert hat. Hauptverantwortlich dafür waren ein Mal mehr die großen Indexwerte.

Der ATX beendete die Berichtswoche mit 1.952,49 Punkten auf einem Sechs-Wochen-Hoch. Im Wochenabstand bedeutet dies einen Anstieg um 3,9%. Der WBI als Messgröße für den Gesamtmarkt erhöhte sich um 3,2% auf 762,73 Zähler. Wien hat damit die internationalen Börsen deutlich hinter sich gelassen, die gegenüber der Vorwoche meist nur geringe Anstiege um etwa ein Prozent verzeichneten.

Im Wiener prime market setzten Wolford ihren Höhenflug mit einem Plus von 13,6% weiter fort und markierten mehrmals in Folge einen neuen Jahreshöchstkurs. Gesucht waren auch OMV (+10,1%). Trotz des kräftigen Anstiegs notierte die Ölaktie noch um rund 8 % unter ihrem absoluten Hoch vom 16. April dieses Jahres (170 Euro).

Zu den größten Gewinnern zählten auch Verbund und Investkredit (jeweils +6,7%), Erste Bank (+6,2%) und Flughafen Wien (+5,2%). Die starke Nachfrage nach Erste Bank bescherte der Aktie ein neues historisches Hoch. Als Grund für den Anstieg sehen Marktteilnehmer die Aufnahme der Aktie in den FTSE Europa-Index nach Handelsschluss gestern Freitag.

Beim Flughafen Wien dürfte es sich um eine technische Gegenbewegung nach den Verlusten in den vergangenen Wochen gehandelt haben. Investkredit fand wegen der Spekulationen im Zusammenhang mit der möglichen Änderung der Eigentümerstruktur verstärkte Aufmerksamkeit.

Deutlich fester notierten auch Austrian Airlines (+4,5%) nach Veröffentlichung der kräftig gestiegenen Passagierzahlen, vor allem im Langstreckenverkehr.

Kräftig angezogen haben auch die Indexschwergewichte Telekom Austria (+4,7%), BA-CA (+3,4%) und Wienerberger (+3%), aber auch Böhler-Uddeholm (+4,7%) und voestalpine (+3,4%). BA-CA berichtete von einer stärkeren Filialexpansion in Osteuropa und dem beabsichtigten Zukauf in Rumänien.

Gegen den Allgemeintrend schwächer notierten vor allem S&T (-6,5%). VA Tech bröckelten um 3,9% ab, was nach Händlermeinung auf die Zulassung von Aktien aus dem Optionsprogramm zum Börsenhandel zurückzuführen ist. Schwächer waren weiters BWT (-2,9%).

Im standard market continuous fielen vor allem die Vorzüge der Porr mit einem Plus von 8,9% positiv auf, die damit sogar auf ein neues Jahreshoch gestiegen sind. n

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse"