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Wiener Börse tritt auf der Stelle

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Der Wiener Aktienmarkt setzte in der dritten Novemberwoche seine Seitwärtsentwicklung weiter fort. Damit ist er der positiven Entwicklung der internationalen Börsen, die rund um den Globus deutlich angestiegen sind, nicht gefolgt.


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Dank der Befestigung des Indexschwergewichts Telekom Austria - sie ist seit Anfang der Berichtswoche aufgrund des höheren Streubesitzes mit mehr Gewicht im ATX vertreten - wurde in den vergangenen Tagen die Marke von 1.100 Punkten mehrmals getestet und kurzfristig auch übersprungen. Allerdings stellte sich diese psychologisch wichtige Marke als starker Widerstand heraus. Bremsend wirkte vor allem die schwache Kursentwicklung des zweiten Indexschwergewichts Erste Bank.

Die Berichtswoche stand vor allem auch im Zeichen der Unternehmensnachrichten zum 3. Quartal. Die wirklich großen Überraschungen sind ausgeblieben. Solide Ergebnisse konnten vor allem Telekom Austria dank ihrer Mobilfunktochter Mobilkom, Austrian Airlines und Mayr-Melnhof vorweisen. Außerdem wird der Feuerwehrausstatter Rosenbauer heuer sein prognostiziertes Betriebsergebnis übertreffen. Die geplante mehrheitliche Übernahme der Jenbacher durch den US-Mischkonzern General Electric ließ den Kurs des heimischen Gasmotorenherstellers kräftig ansteigen.

Gelöscht wurde mittlerweile die Notierung der Libro, die bekanntlich durch den Industriellen Taus übernommen wurde. Im dritten Segment gab es hingegen einen Zuwachs durch die Immobiliengesellschaft Meinl European Land, die im kommenden Jahr eine Umreihung in das erste Segment anstrebt. In der letzten Novemberwoche neigt sich die Berichtssaison wieder dem Ende zu. Mit RHI, Wienerberger und den beiden Versicherungen Generali und UNIQA werden vier ATX-Titel ihre Ergebnisse präsentieren.

Der Leitindex ATX schloß die dritte Novemberwoche mit 1.097,96 Zählern um 0,41% über dem Vorwochenschluß. Der Wochenhöchstwert war sogar bei 1.105,77 Punkten gelegen. Der weiter gefaßte ATX Prime stieg um 0,61% auf 576,26 Zähler und der alle Aktien umfassende WBI erhöhte sich um 0,68% auf 459,56 Punkte. Im Vergleich stieg etwa der Dow Jones Euro Stoxx 50 um über 4% und erreichte damit ein seit zehn Wochen nicht mehr gesehenes Niveau.

Im prime market, dem Obersegment der Wiener Börse, war Jenbacher mit einem Plus von 17,3% der Gewinner der Woche. Telekom Austria stiegen um 5,7%.. Trotz der Rückstufung durch Morgan Stanley konnten Mayr-Melnhof, die ein sehr positives Neunmonatsergebnis präsentierten, um 4,8% zulegen. Stärker erhöht haben sich auch Brau-Union (+5,7%), UIAG (+4,5%), Andritz (+3,1%) und Agrana (+3%). Erste Bank sind entgegen der freundlichen europäischen Branchenentwicklung um 5,1% zurückgegangen. JoWooD setzten die Talfahrt mit einem Minus von 39,3% weiter fort und gingen mit einem Kurs von nur noch 91 Cent aus dem Markt. Einen massiven Einbruch erlitten auch CLC mit einem Minus von 30,1%. Empfindliche Kurseinbußen gab es wieder für BWT, die nach einem Rückgang von 16,2% nur knapp über dem neuen Allzeittief blieben.

Von den im standard market zu fortlaufenden Kursen notierten Werten schwächten sich Porr Stamm um 3,8% ab. Bei den im gleichen Marktsegment notierten Werten zu Einheitskursen gaben INKU um 28,6% und Agra Tagger um 10% nach. Positiv entwickelten sich hingegen webfreetv (+23,5%), Frauenthal (+13,6%), Performance AG (+12%) und Schwechater (+10%).

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift bankundbörse