Zum Hauptinhalt springen

Wiener Börse vorsichtig freundlich

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Der österreichische Aktienmarkt präsentierte sich in der abgelaufenen Woche freundlich, aber nicht gerade euphorisch. Damit hat er sich in einem zunächst gar nicht so günstigen internationalen Börsenumfeld recht gut behaupten können, weil allgemein eher ein Trend nach unten bestanden hatte. Die Börsen in der Eurozone waren über weite Strecken vom hohen Eurokurs belastet, der weniger auf eine Eurostärke, sondern vielmehr auf eine Dollarschwäche zurückzuführen ist.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 20 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins bei 2 % zu belassen, hat die Märkte nicht bewegt. Ein gewisses Ungemach drohte von der konjunkturellen Seite, weil sich das US-Verbrauchervertrauen im September unerwartet stark eingetrübt hatte und vom verarbeitenden Gewerbe keine Trendwende in Sicht ist. Damit kamen bereits Befürchtungen auf, dass die Konjunkturerholung in den USA ins Stocken geraten könnte. Für einen Stimmungsumschwung sorgten die am Freitag veröffentlichten unerwartet guten US-Arbeitsmarktdaten. US-Unternehmen hatten im September erstmals seit acht Monaten unter dem Strich wieder Stellen geschaffen. Die internationalen Börsen reagierten auf die gute Nachricht mit einem sprunghaften Anstieg der Kurse. Wien ist dabei zwar zurückgeblieben, ging aber ebenfalls freundlich ins Wochenende. Die Geschäftstätigkeit ist am Wiener Aktienmarkt in der letzten Woche neuerlich abgeflaut. Eine der Ursachen scheint auch darin zu liegen, dass ausländische Investoren nach der im bisherigen Jahresverlauf gezeigten guten Performance die Lust an österreichischen Aktien wieder etwas verloren haben.

Der Wiener Leitindex ATX verbesserte sich im Wochenverlauf um 1,21% und ging mit dem höchsten Schlusswert der Woche von 1.359,16 Punkten ins Wochenende. Der WBI als Messgröße für den Gesamtmarkt stieg um 0,96% auf 557,11 Zähler.

Im prime market, dem Top-Segment der Wiener Börse, waren VA Tech mit einem Plus von 5,9% Gewinner der Woche. Bei VA Tech spekuliert der Markt darauf, dass der Problembereich WABAG bald verkauft werden könnte. Fester notierten auch BA-CA (+3,7%). Positiv vom Markt aufgenommen wurde das zusätzliche Listing der BA-CA an der Börse Warschau. Kursgewinne von 2% und mehr verzeichneten AUA, Flughafen Wien, Wienerberger, Mayr-Melnhof und OMV. Im Zusammenhang mit Mayr-Melnhof und auch Andritz sind die Erwartungen im Markt sehr groß, dass beide Unternehmen, die über hohe Cash-Bestände verfügen, schon bald neue Akquisitionen bekanntgeben könnten. Die Kursrückgänge waren sowohl in der Anzahl als auch in ihrer absoluten Höhe gering. Größter Verlierer war DO&CO mit einem Minus von gerade einmal 2,5%. Palfinger und Topcall korrigierten um jeweils 1,9 %. Am Montag, den 20. Oktober wird der prime market um einen Titel erweitert, weil JoWooD nach der erfolgreichen Restrukturierung wieder in das Top-Segment der Wiener Börse aufrückt. Die Rückkehr in den prime markte hat bislang noch kein Unternehmen geschafft.

Im standard market continuous konnten SW Umwelttechnik, die aus dem ViDX ausgeschieden sind, um 6,4% zulegen. bauMax verbesserten sich um 5,5%. Den größten Rückgang mußte Deutsche Bank mit minus 7,8% hinnehmen. Ab heute, Montag, notiert die Immobilientochter der HypoVereinsbank, die Hypo Real Estate Holding AG, auch in Wien. Damit erhält der standard market continuous erstmals seit längerer Zeit wieder Zuwachs. Im standard market auction standen den festen BlueBull (+ 58,5%) und Rath (+ 19,8%) die schwachen Ottakringer Stamm (- 20,9 %) und CLC (- 20 %) gegenüber.

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift bankundbörse