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Wiener Börse wieder im Rekordfieber

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Am Wiener Aktienmarkt ist in der ersten Novemberwoche das Rekordfieber ausgebrochen. Bei deutlich lebhafteren Umsätzen als zuletzt kletterte der ATX tagtäglich auf ein neues historisches Hoch.


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Ursachen dafür waren das positive Börsenumfeld in Ost wie auch in West und insbesondere die besser als erwartet angelaufene Berichtssaison heimischer Unternehmen. Vor allem die Zahlen der Verbundgesellschaft und der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) haben die Börsianer angenehm überrascht. Für ein freundliches internationales Umfeld sorgte der Rückgang des Rohölpreises. Im Verlauf dieser Woche rutschte der Ölpreis deutlich unter seine erst jüngst verzeichneten Höchststände, was die deswegen unter Spannung gestandenen Aktienmärkte allgemein aufatmen ließ. Verständlicherweise wurde damit auch die Hoffnung geweckt, dass die Korrektur weiter anhält und damit die negativen Auswirkungen der monatelangen Ölpreisrally auf das Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne geringer als befürchtet ausfallen werden. Die rasche Entscheidung bei den US-Wahlen haben die Märkte ebenfalls mit Wohlgefallen aufgenommen.

Für gute Stimmung in Wien sorgten insbesondere die Quartalsergebnisse der vier ATX-Titel BA-CA, Verbund, RHI und Austrian Airlines. Gemeinsam mit der wieder an Stärke gewonnenen OMV ließen sie den ATX nach oben schnellen.

Das neue historische im ATX liegt nun bei exakt 2.190 Punkten. Diese Woche schloss der Wiener Leitindex bei 2.180,29 Zählern und damit um 3,23% über der Vorwoche. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus bereit mehr als 41%. Im Vergleich dazu war der ATX im vergangenen Jahr um 34,4% gestiegen. Auch der den Gesamtmarkt repräsentierende WBI kletterte auf ein neues Allzeithoch, das nun bei 846,56 Punkten liegt. Am Freitag schwächte sich der WBI leicht ab, verzeichnete mit 845,96 Punkten im Wochenabstand aber noch immer ein Plus von 3,19%.

Im prime market verzeichneten in der Berichtswoche nicht weniger als zehn Aktien neue Jahreshöchstkurse oder sogar historische Höchststände. Am stärksten zulegen konnte die zuletzt schwache OMV (+9,4%), die trotz gesunkenem Ölpreis sogar wieder die Marke von 200 Euro überspringen konnte.

Das Wiener Softwarehaus Brain Force, das erst Ende Oktober auf ein neues Jahrestief gefallen war, stieg um 7,2%. Trotzdem notierte Brain Force noch immer um 28% unter dem Jahresschluss 2003. Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses standen insbesondere BA-CA (+6%), die von einem über den Erwartungen liegenden Neunmonatsergebnis berichten konnten. Gut verdient hat die Bank vor allem in Zentral- und Osteuropa, außerdem berichtete sie von einer weiteren Akquisition in Bulgarien, wo sie damit einen Marktanteil von 10% erreicht. Topcall zog nach der Anhebung des Rückkaufspreises auf 4,28 Euro durch DICOM um 6,3% auf 4,20 Euro an. Freundlicher präsentierten sich weiters voestalpine (+6%), Flughafen Wien (+5,8%), Investkredit (+5,6%), Böhler-Uddeholm (+4,4%), Wienerberger (+2,9%), Andritz und Agrana (jeweils +2,7%) sowie Constantia Packaging (+2,6%) und Erste Bank (+2,4%). VA Tech (+4,1%) stiegen schon vor Veröffentlichung der Neunmonatszahlen. Außerdem bekräftigte die ÖIAG, dass sie bei einer möglichen Kapitalerhöhung mitziehen wird.

JoWooD (-4,9%) stand nach Bekanntgabe der schwachen Quartalszahlen unter massivem Abgabedruck. Etwas schwächer notierten Head, Mayr-Melnhof, BWT und AvW Stamm. Der standard market continuous erhielt am 2. November mit Cross Holding erstmals seit längerem wieder Zuwachs. n

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse".