Zum Hauptinhalt springen

Wiener Börse will heuer glänzen

Von Christine Weniger

Wirtschaft

Das heurige Jahr werde eines der besten in der Geschichte der Wiener Börse werden, zeigten sich die beiden Vorstände Stefan Zapotocky und Erich Obersteiner gestern vor Journalisten überzeugt. Wenn auch die Zahl der Börsegänge 1990 und 1991 mit 16 bzw. 10 höher war als die für heuer erwarteten 9, so sei das Emissionsvolumen in diesem Jahr doch um einiges größer.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 23 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

1990 lag das durchschnittlich plazierte Volumen je Unternehmen bei ca. 30 Mill. Euro, heuer sollen es rund 270 Mill. Euro sein. Den "Flop" der Head-Aktie bedauerten beide Vorstände, man könne daraus jedoch keine Rückschlüsse auf noch folgende Börsegänge wie etwa den der Telekom Austria (TA) ziehen. Auch die Verschiebung des Andritz-Börseganges sei kein "böses Omen", denn die Klientel für TA-Aktien sei eine andere als für Head oder Andritz, meinte Obersteiner dazu.

Die Öffnung in Richtung internationaler Handelsteilnehmer will die Wiener Börse mit einigen Maßnahmen unterstützen, so u.a. mit der Einführung von Repräsentations- und Streubesitzfaktoren. Mit ersteren soll die maximale Gewichtung einer Aktie im ATX begrenzt und der Abhängigkeit von einer einzigen Aktie entgegengewirkt werden. Die Einführung einer Obergrenze der Gewichtung bei 20% soll mit dem Dezemberverfall eingeführt werden, die Festsetzung der Repräsentationsfaktoren erfolgt aufgrund der Durchschnittskurse der letzten fünf Tage.

Nach der neuen Streubesitzfaktormethode werden im Index strategische Beteiligungen nicht mehr berücksichtigt, der Streubesitz selbst wird durch Gewichtungsfaktoren abgebildet. Eingeführt werden soll die Regelung im 1. Quartal 2001, die Überprüfung wird quartalsweise stattfinden. "Verlierer" der neuen Gewichtung wären bei einer Simulation der derzeitigen Situation die Bank Austria, Verbund, Generali, BWT, Flughafen, EVN, Brau Union, AUA, Libro und Semperit, "Gewinner" wären die Erste Bank, RHI, Austria Tabak, VA Stahl, VA Tech, Mayr Melnhof, Böhler Uddeholm, CyberTron, betandwin.com und Wolford.

Das Maßnahmen-Paket der Regierung bezüglich des Kapitalmarktes sehe er, Zapotocky, als positiv für den Finanzplatz Österreich. So seien die neuen Zulassungsbestimmungen für Prospekte, die Abschaffung der Börsenumsatzsteuer sowie die Steuerrichtlinien für Stock Options und das Delisting an der Börse durchaus als Fortschritt zu betrachten. Erfreut zeigte er sich auch über die Liste der Xetra-Teilnehmer, die heuer noch auf 25 Teilnehmer wachsen soll. Für 2001 erwartet Zapotocky zwischen 50 und 70 Teilnehmern.

Rund 7% der Österreicher seien derzeit Aktionäre. Verlaufe der Herbst erfolgreich, könnten es 10% werden, betonte der Börsevorstand.