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Einen besseren Zeitpunkt hätte es gar nicht gegeben, um hunderttausende rot-weiß-rote Fußballfans zu vergraulen: Just in einer (seltenen) Hochphase der Nationalmannschaft, unmittelbar nach einem denkwürdigen Sieg über Deutschland und vor dem Gastspiel der Brasilianer in Wien, sprach sich der neue Wiener Gesundheits-, Sozial- und auch Sportstadtrat Peter Hacker klar gegen ein neues Nationalstadion aus. Im "Standard" meinte er allen Ernstes, das Happel-Oval sei "ein ziemlich taugliches Stadion", das man auch noch verbessern könne; nur wenn Sportminister Heinz-Christian Strache "200 Millionen Euro" aufstellte, könne man über einen Stadionneubau reden. Zur Erinnerung: Die Happel-Arena wurde 1986 neu eröffnet und 2008 für die EM um satte 40 Millionen kosmetisch aufgepäppelt - "ziemlich tauglich" ist aber daran gar nichts mehr. Ein Besuch einer wirklich tauglichen Fußball-Arena, wovon es in Europa ja nicht wenige gibt, wäre dringend anzuraten. Zudem spotten die ÖFB-Büroräumlichkeiten im Bauch des vormaligen Praterstadions jeder Beschreibung. Wien scheint noch gar nicht begriffen zu haben, dass längst der ÖFB und die große Fußballfamilie auf dem längeren Ast sitzen und die Stadionfrage entscheidend sein wird: Teamsponsor Burgenland würde ein neues ÖFB-Hauptquartier samt Trainingszentrum mit Handkuss nehmen, und wie der auf Föderalismus setzende Teamchef Franco Foda mit der Bundesländer-Tour soeben beweist, muss der Hauptspielort ja nicht zwingend Wien heißen. Große Gegner kann man im Wörthersee-Stadion oder der Salzburger Bullen-Arena empfangen, kleinere in Innsbruck, Graz oder Linz. Wenn die selbsternannte Sportstadt Wien nicht aufpasst, bekommt sie vom größten Sportverband des Landes, dem ÖFB, noch den Laufpass. Erst recht nach solchen Eigentoren wie von Neo-Politiker Hacker.

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