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"Wildtiere in Wien" hieß ein "Universum"-Beitrag, den vor mehr als zehn Jahren ein gewisser Michael Häupl als gelernter Wildbiologe für den ORF mitgestaltete. Dienstag beschäftigte sich "Universum" erneut mit dem Thema. Wir erfuhren, dass der größte Artenreichtum an Flora und Fauna nicht im Tiergarten Schönbrunn oder dem Haus des Meeres zu finden ist - sondern an eher übel beleumundeten Plätzen: den Gstetten. Diese Hochdeutsch als "Stadtbrachen" bezeichneten, verwilderten Stadtflächen dienen nicht nur seltenen Tieren wie dem Nachtpfauenauge (in Wien ansässiger, mit 14 Zentimetern Spannweite größter Schmetterling Mitteleuropas) oder dem (aus Nordamerika eingewanderten) Waschbären als Heimat. Auch Generationen von Kindern haben in den Gstetten das gefunden, was der "Gameboy" nur virtuell auf ein paar Quadratzentimetern zusammenbringt: den perfekten Abenteuerspielplatz.
Weil in Wien rund 3000 Quadratmeter Grund pro Tag (!) verbaut werden, verschwinden immer mehr innerstädtische Gstetten. Die Stadtverwaltung lässt mittlerweile Gebiete wie den Wienerberg absichtlich verwildern, um dem entgegenzuwirken. Doch eine echte Gstetten verfügt auch über menschliche Überreste - so wie Wiens geheimnisvollste "Stadtbrache", der alte "Verschubbahnhof Breitenlee" im 22. Bezirk. Noch unter Kaiser Franz Joseph geplant, wurden die Arbeiten an der größten derartigen Anlage Europas 1922 eingestellt - es entstand Wiens bis heute größter Abenteuerspielplatz.
Erste Lokalsender-Meldung Mittwoch Früh: Heute, am 11.11. um 11.11 Uhr beginnt mit dem traditionellen "Narrenwecken" landauf, landab der Fasching. Wie bitte? Woher kamen dann zu Allerheiligen die vielen geschminkten und verkleideten Narren?

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