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Bakterien tun, wovon die Alchimisten träumten - sie verwandeln Gift in Gold.
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Hamilton/Wien. Goldschürfer könnten künftig nicht nur in Minen, sondern auch im Labor fündig werden. Durch einen biochemischen Prozess verwandeln Bakterien giftige Gold-Ionen in unschädliche Klümpchen des reinen Edelmetalls. Mithilfe eines Moleküls, das die Bakterien zu diesem Zweck erzeugen, könnte eines Tages Rest-Gold aus Minen-Abfällen gewonnen werden, berichten australische Wissenschafter in "Nature Chemical Biology".
Das Bakterium Delftia acidovorans lebt als Biofilm auf Nuggets und ist für biochemische Gold-Umwandlungsprozesse zuständig. Der Mikroorganismus kann somit an Orten leben, die für andere Bakterien zu giftig sind. Nathan Magavery und seine Kollegen von der McMaster University in Hamilton suchten nach dem Grund für diese erstaunliche Überlebensfähigkeit. Sie fanden heraus, dass die Zellen von Delftia acidovorans ein Molekül herstellen, das die Ionen zusammenbringt und Nanopartikel entstehen lässt, die nicht mehr giftig sind. Die Bakterien entfernen somit hochtoxisches Material aus ihrer Umgebung und schaffen sich neutrale Goldklümpchen als Eigenheim. Die Wissenschafter konnten das Delftibactin, das übrigens denselben Trick bei Eisen-Ionen zustande bringt, erstmals isolieren. Mit genügend großen Mengen des Moleküls könnte man ihnen zufolge Gold von felsigem Untergrund lösen. Für eine Nuggets-Produktion im großen Stil taugt die Methode aber wohl nicht.

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