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Soziale Herausforderungen lassen gute Ideen sprießen.
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Wien. Was haben Schulpflicht, Führerschein und Sozialversicherung gemeinsam? - Sie sind soziale Innovationen aus der Vergangenheit und haben bei ihrer Einführung gesellschaftliche Probleme gelöst. Über die Frage, was eine Innovation zu einer sozialen Innovation macht und warum die Welt gerade jetzt soziale Innovationen braucht, wurde am vergangenen Donnerstagabend bei einer Veranstaltung in der Kommunalkredit Public Consulting GmbH diskutiert.
Das Impulsreferat kam von Josef Hochgerner, Leiter des Zentrums für Soziale Innovation (ZSI). "Wir brauchen ein neues Innovationsparadigma", betonte er. Hochgerner verwies auf die wachsenden Ungleichgewichte in der Gesellschaft und auf das Phänomen der "Finanzialisierung", die dazu führe, dass der Realwirtschaft Vermögen entzogen werde. Seit den 1970er Jahren habe es relative Wohlstandsverluste gegeben. Um dem gegenzusteuern, brauche es soziale Innovationen, die Hochgerner als "neue Praktiken zur Bewältigung sozialer Herausforderungen, die von den betroffenen gesellschaftlichen Gruppen angenommen und genutzt werden", definiert.
In der Jetztzeit seien dies etwa Web 2.0, CSR (Corporate Social Responsibility) oder Social Entrepreneurship. "Es genügt, wenn sich 10 Prozent der Bevölkerung anders verhalten, um eine Veränderung in der Gesellschaft herbeizuführen. Aber es dauert seine Zeit", betonte der Innovationsforscher.
Einer, der weiß, dass Umdenken möglich ist, ist Josef Eisenriegler, Gründer und Geschäftsführer des Reparatur- und Service-Zentrums R.U.S.Z.. Der gemeinnützige Betrieb bietet Arbeitsplätze für ehemals Langzeitarbeitslose und Menschen mit Behinderungen an und bekämpft damit gleichzeitig das Problem der Wegwerfgesellschaft. "Ein "klassischer Fall einer sozialen Innovation", lobte Hochgerner.
Eisenriegler hat 1999 auch das "Reparatur-Netz-Werk" Wien ins Leben gerufen, das mittlerweile 56 kleine gewerbliche Reparaturbetriebe umfasst. Die Nachfrage stellte sich als riesig heraus. Eisenriegler: "Ich kann mit Recht behaupten, dass Wien die Millionenstadt mit der höchsten Reparaturquote ist." Er lenkte in der Diskussion das Augenmerk auch auf das Problem der geplanten Obsoleszenz. Vor allem bei billigen elektronischen Geräten sei nach zwei bis drei Jahren Schluss. Der Kauf qualitativ hochwertiger Produkte sei daher jedem ans Herz zu legen.
Beispiele für soziale Innovationen gebe es zahlreiche, waren sich die Teilnehmer der Veranstaltung, die im Rahmen der Diskussionsreihe "Mut zur Nachhaltigkeit" stattfand, einig. Die Grafik-Designerin Angie Rattay, Gründerin und Obfrau des Vereins Neongreen Network, hat es sich zur Aufgabe gemacht, ökosoziale Initiativen zu vernetzen. Von sich reden machte die Künstlerin mit ihren "Gebrauchsinformationen für den Planeten Erde". Nach dem Vorbild medizinischer Beipackzettel gibt sie Anweisungen zum nachhaltigen Umgang mit unserem Planeten. Rattay - sie ist auch Initiatorin der "ERDgespräche", die heuer zum fünften Mal stattfanden - appellierte an die Verantwortung jedes Einzelnen. Für einen positiven Wandel sei die Aufwertung der Rolle der Zivilgesellschaft nötig.
Veranstalter der Reihe "Mut zur Nachhaltigkeit" sind das Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit der BOKU, Lebensministerium und Risiko:dialog (Umweltbundesamt, Radio Ö1, BOKU, BMWFJ, Lebensministerium, Austrian Power Grid).Zentrum für Soziale Innovation: www.zsi.at
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