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Kollegen, werft die Feder weg oder schreibt worüber auch immer, nur nicht übers Fernsehen, zumal des ORF. Denn ihr schreibt wie ein Blinder über die Farbe und seid entsprechend ernst zu nehmen.
Aber er hat's ja vorausgesagt, wie "die Kritik" · das sind wir alle, außer ihm · die neuen Sendungen des ORF ("Karlich-Show", "Die kranken Brüder", "Absolut life") durch die Bank runtermachen wird.
Seien wir also zerknirscht, beugen wir reumütig das Haupt. Denn der uns so schilt, ist niemand geringerer als der Arbiter televisionis höchstselbst: Wolfgang Maier, Herausgeber von "tv-
media". In der Ausgabe dieser eben ablaufenden Woche schreibt er weiter, dass wir Geschmacksurteile treffen, ohne sie als solche zu deklarieren, dass wir · wenn überhaupt · die falschen Fragen
stellen (er betet uns dann dankenswerterweise die richtigen vor), dass wir über ein Geschäft urteilen, von dem wir wenig Ahnung haben · über das Fernsehen nämlich.
Richtig, Herr Maier. Uns abgekanzelte Schreiber · und unsere Leser wohl auch · interessiert nicht so sehr das Fernsehgeschäft, vielmehr das Fernsehprogramm. Und wenn uns daran etwas nicht
gefällt, dann tun wir es kund. Die einen vom ORF wegzappend, wir schreibend. Die übliche Art der Kritik von TV-Konsumenten eben. Beides, wieder richtig, Geschmacksurteile. Deshalb muss man auch Ihrer
abschließenden Vermutung beschämt zustimmen: dass Sie wahrscheinlich von TV-Kritik nix verstehen.
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