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"Wir müssen reden" - die Falkland Inseln und kein Ende

Von Konstanze Walther

Politik

Falkland begrüßt Londoner Position gegenüber Spanien.


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London/Buenos Aires/Stanley. Britische Überseegebiete halten zusammen. Die Regierung von Gibraltar publizierte anlässlich der Krise mit Spanien eine Unterstützungserklärung von den Falkland Inseln. Mit Besorgnis, heißt es aus der Inselhauptstadt Stanley, beobachte man die "wachsenden Spannungen" mit Spanien, aber mit "Wohlgefallen" registriere man die "starken Botschaften der Unterstützung" für Gibraltar von der britischen Regierung.

Zum Vergleich: Gibraltar hat laut Zensus rund 28.000 Einwohner bei einer Fläche von 6,8 Quadratkilometern, die Falkland Inseln zählen bei einer Fläche von rund 12 Quadratmetern knapp 3000 Einwohner. Im Kriegsjahr 1982 waren es nur 1800.

Nach dem Krieg investierte Großbritannien in Infrastruktur und "beneidenswerte öffentliche Dienstleistungen", wie es die britische Zeitung "Telegraph" beschrieb. Die wachsende Bevölkerung kommt vor allem durch Immigration aus Großbritannien, aber auch aus St. Helena, einem weiterem britischen Übersee-Territorium und Chile. Argentinien feierte im März die "Verdoppelung" der argentinischen Bevölkerung auf den Falkland Inseln. Nämlich auf 38 Personen. Für das Referendum kurz darauf reichte es nicht.

Die Falkländer, deren Landesflagge den Union Jack mit einem Schafs-Wappen kombiniert, sprachen sich bei der Volksbefragung im März zu 99 Prozent (mit nur drei Gegenstimmen) für den Verbleib unter der britischen Krone aus. Ein weiteres Referendum über die Alternativen war damit nur scheinbar nicht mehr notwendig. Argentinien hatte schon in Vorfeld erklärt, das Referendum nicht anzuerkennen.

Anfang des Jahres schaltete Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner eine Anzeige in der Zeitung "The Guardian" - in der Form eines offenen Briefes an den britischen Premierminister David Cameron und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon.

Diese Woche forderte Fernandez de Kirchner einmal mehr ein Gespräch mit Großbritannien über die Falkland Inseln. Argentinien ist seit Jänner für zwei Jahre ein Nicht-permanentes Mitglied im UN-Sicherheitsrat, Fernandez de Kirchner hat den Vorsitz im August über. Ihre Rede nützte sie um Großbritannien an die UN Resolution aus 1965 zu erinnern, die beide Parteien, Großbritannien und Argentinien dazu anhält, Verhandlungen über den Status der Inseln zu führen. "Wir haben keine abstrusen Forderungen bei den Malvinas (der argentinische Name für die Inseln, Anm.). Wir wollen nur, dass die UN-Resolution durchgesetzt wird", erklärte Kirchner. Schon im Juni nutzte Fernandez de Kirchner die UN-Plattform, nämlich ein Treffen des Komitees zur Entkolonialisierung, um ihre Forderung einmal mehr zu erheben. Damals erklärte sie, dass die Geschichte und Geografie (die Falkland Inseln gehören zum argentinischen Kontinentalsockel) die Forderung aus Buenos Aires unterstreichen. Ein Bewohner der Inseln erklärte dem Komitee, Argentinien würde die Inseln drangsalieren.

Sogar der neue Papst, Franziskus, hat sich als Bischof von Buenos Aires dafür eingesetzt, dass die Falkland Inseln zu Argentinien gehören. Er erhielt dafür nach seiner Wahl zum Papst einen präventiven Rüffel aus London.

Es geht bei den Inseln nicht nur um das Prinzip, sondern um Geld und Umweltfragen: In der Nähe der Inseln wurden Öl- und Gasvorräte gefunden. Britische Konzerne wollen 2017 mit der Förderung beginnen.