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Von der Stadt Wien und der Polizei wurde nun das Konzept der Grätzl-Polizisten präsentiert - die Qualitätszeitungen wurden zu diesem Hintergrundgespräch von Bürgermeister Michael Häupl und Landespolizei-Vizepräsident Karl Mahrer nicht eingeladen. Warum? Nun, die vorgeschobene Begründung lautet: Weil das eh nur den Boulevard interessiert. Und: Weil zu wenig Platz für alle da war.
Dass in den vergangenen Tagen kritische Stimmen zu diesem Projekt nur von Qualitätsmedien gekommen sind, wurde allerdings nicht erwähnt. Schließlich will man nicht hören, dass mit den Grätzl-Polizisten und der Miteinbeziehung der Wiener Bevölkerung in Sicherheitsbelange dem Denunziantentum Tür und Tor geöffnet wird.
Wenigstens ist man nun von der ursprünglichen Idee abgewichen, dass die Polizei mit besonders engagierten Bürgern Kontakt hält, also mit den Blockwarten, notorischen Wichtigmachern und selbsternannten Privatpolizisten, die vor allem Menschen mit Migrationshintergrund gerne schlechtmachen.
Dass der kahlrasierte stramme Hüne dort, wo so viel eingebrochen wird, eine Nachbarschaftshilfe organisiert und deswegen dann Hauptansprechpartner für die Polizei ist - das soll jetzt nicht mehr kommen. Ab jetzt darf sich nämlich jeder als "Sicherheitsbürger" fühlen. In einer Stadt, die nachweislich als eine der sichersten der Welt gilt. Aber wirksame Strategien gegen jene politischen Kräfte, die durch das Schüren von Angst das Bedürfnis nach solchen Maßnahmen auslöst, hat die Stadtregierung immer noch nicht.

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