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Wirtschaft fliegt auf den Flughafen

Von Christina Weniger

Wirtschaft

Während die heimische Wirtschaft in den vergangenen drei Jahren ein Beschäftigungsplus von 1,9% und ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 11,4% erzielte, erreichte der Flughafen Wien (VIE) im gleichen Zeitraum plus 18,5% bei den Beschäftigten und plus 35% bei der Wertschöpfung.


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Damit sei der VIE einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren in der Region, betonte VIE-Vorstandssprecher Herbert Kaufmann gestern anlässlich der Präsentation der Studie "Wirtschaftsfaktor Flughafen Wien", die das Industriewissenschaftliche Institut (IWI) im Auftrag des VIE erstellte.

Die 198 direkt am Standort Wien angesiedelten Unternehmen beschäftigten im vergangenen Jahr rund 12.300 Mitarbeiter. Durch direkt abhängige, indirekte und induzierte Effekte bewirke jedoch jeder Arbeitsplatz am Standort Flughafen Wien einen weiteren in der österreichischen Wirtschaft, führte IWI-Chef Univ. Prof. Werner Clement aus. Somit sei der VIE 1999 für insgesamt 26.000 Jobs verantwortlich gewesen, ein Plus von 28,6% zu 1996. Der Großteil der Mitarbeiter am Standort Wien sei aus Wien, dicht gefolgt von Niederösterreich, so Clement.

Die Wertschöpfung der Unternehmen, die 1999 einen Umsatz von knapp 35 Mrd. Schilling erwirtschaftet hatten, legte im Vergleich zu 1996 um 35% auf 15 Mrd. Schilling zu. Indirekte und induzierte Effekte hätten nochmals 14 Mrd. Schilling an Wertschöpfung in der österreichischen Wirtschaft bewirkt, erklärte Clement.

Treffe die Verkehrsprognose, die für 2005 von rund 16 Millionen Flugpassagieren ausgeht, ein, so werde es am VIE mehr als 15.000 Jobs geben. Die Wertschöpfung werde um 51% auf 23 Mrd. Schilling steigen. Unter Einbeziehung indirekter und induzierter Effekte bewirke der Flughafen 32.500 Arbeitsplätze (plus 27%) und eine Wertschöpfung von knapp 44 Mrd. Schilling (plus 51%), erörterte Clement die mittelfristige Prognose für den Flughafen weiter.

Kaufmann unterstrich die Wichtigkeit des Flughafens für die Umsatzentwicklung ansässiger Unternehmen, aber auch für den Tourismus. Mit fast 40 Destinationen in Osteuropa, die täglich angeflogen würden, habe der VIE auch seine Bedeutung als Logistikdrehscheibe bewiesen. Und außerdem gebe es derzeit immerhin 60 Osteuropa-Headquarters in Wien, betonte Kaufmann.

Um diesen Vorsprung halten zu können, seien natürlich weitere Investitionen in den Flughafen notwendig. Dazu zähle neben der dritten Piste, deren Bau 2008 beginnen sollte, auch der Ausbau der Anbindungen mittels Schiene bzw. Straße. Von den budgetierten 10 Mrd. Schilling sollen 5 Mrd. in den Bau des neuen Terminals fließen, 1 Mrd. in den Ausbau des Vorfeldes. Außerdem ist ein neuer Tower eingeplant.