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Angesichts ständig wachsender Spannungen auf der koreanischen Halbinsel blieb Hillary Clinton in Japan nicht erspart, mahnende Worte an das Regime in Nordkorea zu richten. Dies tat sie allerdings in ungleich sanfterem Ton als die Regierung von George W. Bush: Der geplante Start einer Langstreckenrakete durch Pjöngjang sei "nicht sehr hilfreich" beim Bemühen, das Verhältnis zu den USA zu verbessern. Gleichzeitig stellte sie den Nordkoreanern normale Beziehungen in Aussicht. | Aber gleichfalls anders als bei der alten Regierung ist Nordkorea nicht das Thema, das die neue US-Außenministerin in den Mittelpunkt ihrer ersten Auslandsreise stellen will. Der Antrittsbesuch führt erstmals seit rund 50 Jahren nicht nach Europa, das ohnehin ähnliche Ziele wie US-Präsident Barack Obama verfolgt, oder Nahost, sondern nach Asien. Auf Japan folgen Indonesien, das Land mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung, und Südkorea, das der zweite starke Verbündete der USA im Pazifikraum ist. Den Abschluss findet die Dienstreise in China.
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Japan wurde wohl deshalb als erstes Ziel gewählt, weil sich das Land in der Vergangenheit immer wieder durch das amerikanische Bemühen um gute Beziehungen zu China an den Rand gedrängt fühlte. Aber darüber hinaus ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wie jene der USA in die tiefste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit geschlittert. Weil in den USA die Nachfrage nach Autos und Fernsehern aus Japan sinkt, leidet auch die Exportnation. Bessere wirtschaftliche Kooperation bei der Bewältigung der Krise ist denn auch eines der Hauptanliegen bei allen Clinton-Stationen in Asien.
Das gilt selbstverständlich auch für die Volksrepublik China, deren Wirtschaft mittlerweile gleichfalls eng mit jener der USA verflochten ist - nicht nur, weil China fast 700 Milliarden Dollar an US-Staatsanleihen besitzt. Auch Peking ist zu intensiveren Gesprächen auf allen Ebenen bereit: Ende Februar soll der militärische Dialog wieder aufgenommen werden, der im Vorjahr von China wegen US-Waffenverkäufen an Taiwan abgebrochen wurde.
Chinesisches Entgegenkommen werden die USA auch brauchen, um bei einem der großen Wahlkampfthemen Obamas zu punkten: beim Klimaschutz. Um dieses besondere Anliegen zu unterstreichen, hat Clinton den Sonderbeauftragten für Klimaschutzverhandlungen, Todd Stern, auf ihre Reise mitgenommen. Sie wies vor ihrer Abreise darauf hin, dass China die USA als weltgrößter Erzeuger von Treibhausgasen abgelöst hat.
Große Probleme also, die sich allein nicht lösen lassen. Statt des Wortes Kooperation bemühte Clinton in einem japanischen Shinto-Schrein asiatische Tugenden: "Balance und Harmonie" seien auch ein gutes Konzept für die Rolle der USA in der Welt.
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