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Der Schutz bedrohter Tiere und Pflanzen erfordert ein radikales Umdenken: Nur wer wirtschaftlichen Nutzen daraus zieht, setzt sich für die Natur ein.
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Vor kurzem fand in Bangkok die Konferenz der "Convention on International Trade in Endangered Species" - kurz CITES - statt. Im deutschsprachigen Raum ist Cites als Washingtoner Artenschutzabkommen bekannt, da es vor 40 Jahren durch einen Vertragsschluss von 40 Regierungen in Washington aus der Taufe gehoben wurde. Ziel von CITES ist die Beendigung des unkontrollierten Handels mit gefährdeten Pflanzen und Tieren auf der ganzen Welt.
Als erstes EU-Land schloss sich Deutschland 1976 dem Abkommen an. Seitdem haben die CITES -Bürokraten viele ergebnislose Konferenzen abgehalten. So sind nach wie vor viele Arten vom Aussterben bedroht und der Handel blüht wie nie zuvor. Die Nachfrage nach bestimmten Tierarten erweist sich als sehr unempfindlich gegenüber Preiserhöhungen. Man denke nur an die astronomischen Preise für exotische "Medikamente" wie Nashornprodukte in China. Handelsbeschränkungen treiben infolge der künstlich erzeugten Verknappung in erster Linie die Preise hoch, was wiederum die Anreize für Wilderei verstärkt.
Da die bedrohten Tiere kein Privateigentum sind wie Kühe oder Schafe, haben Wilderer auch keinen Anreiz, für deren Schutz zu sorgen. Deshalb sind Handelsbeschränkungen kontraproduktiv, wie Umweltökonom Michael ’t Sas-Rolfes in seiner Studie "Saving African Rhinos: A Market Success Story" überzeugend darstellt. Leider lehnen das CITES und grüne Lobbygruppen wie Greenpeace oder der WWF derartige Lösungen aus ideologischen Gründen ab. Doch etliche empirische Studien belegen, dass Marktlösungen bedrohte Tierarten viel effektiver schützen. So stieg in Namibia die Anzahl von Wildtieren stark, nachdem die Bevölkerung die diesbezüglichen Eigentumsrechte 1990 zurückerhielt. Aufgrund des wirtschaftlichen Werts der Tierwelt und der Tatsache, dass die Einheimischen direkten Nutzen aus ihr ziehen können, sind dort Wilderei und Konflikte zwischen Menschen und Tieren sehr begrenzt.
Allerdings lässt sich Namibias auf Gemeindeeigentum aufbauendes Modell nicht unbedingt auf andere Länder übertragen. Es funktioniert in Namibia, weil das Land relativ klein ist (mit nur zwei Millionen Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte von nur drei Personen pro Quadratkilometer).
In vielen anderen Ländern hingegen ist individuelles Privateigentum ein gangbarer Weg. Allein im südlichen Afrika gibt es mehr als 9000 private Jagdranchen und 1100 private Naturschutzgebiete. In Südafrika sind 17 Prozent der Naturschutzgebiete in privater Hand. In der Folge hat sich die Zahl der Tiere von 1964 bis 2007 von 575.000 auf mehr als 18 Millionen vervielfacht. Privatunternehmen und Jagdvereine sorgen für eine Vermehrung des Wildbestandes und erwirtschaften dabei große Gewinne. Mit Handelsverboten und Beschneidungen von Privateigentum stellen sich das CITES und seine Armee grüner Lobbyisten auf ein hohes moralisches Podest. Doch das hilft weder den Einheimischen noch den Wildtieren. Menschen aber zu erlauben, wirtschaftlichen Nutzen aus der Natur zu ziehen, motiviert sie dazu, bedrohte Arten vor der Ausrottung zu bewahren.

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