Zum Hauptinhalt springen

Wissenstransfer in die Wirtschaft

Von Rosa Eder-Kornfeld

Wirtschaft

139 Projekte im Raum Wien werden derzeit von INiTS begleitet.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 10 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Wien. Jeans im "used-look" liegen nach wie vor im Trend. Dieser geht allerdings zu Lasten der Umwelt und der Gesundheit von Textilarbeitern, denn es werden entweder aggressive Bleichmittel oder gesundheitsschädliche mechanische Prozesse wie Sandstrahlen dafür eingesetzt. Doch es geht auch anders: Österreichische Wissenschafter haben eine Methode zum umweltfreundlichen Aufhellen von Jeans ohne chemischen Bleichprozess entwickelt, die nun die Marktreife erreicht hat.

Mithilfe des Universitären Gründerservice INiTS wurde die Methode für die industrielle Anwendung weiterentwickelt und ein Unternehmen gegründet, welches das Verfahren als Lizenz anbietet und nach dem dafür notwendigen Produkt - "Acticell" - benannt ist.

Acticell ist nur eines von mittlerweile 139 innovativen Projekten im Raum Wien, die in das Inkubationsprogramm von INiTS aufgenommen wurden. Bis zu 18 Monate lang werden erfolgsversprechende akademische Gründungsvorhaben betreut und begleitet, bis sie auf eigenen Füßen stehen können. Ziel ist, aus den innovativen Ansätzen erfolgreiche Start-ups zu machen, die wachsen und Jobs schaffen. Ein Vorzeigebeispiel ist etwa der Wetterdienst Ubimet, der als eines der ersten von INiTS betreuten Start-ups bereits über 100 Mitarbeiter beschäftigt.

"Unsere Start-ups schaffen definitiv Arbeitsplätze", betont Irene Fialka, seit Oktober 2012 INiTS-Geschäftsführerin, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". In den vergangenen zehn Jahren seien durch INiTS-Gründungsprojekte über 800 neue Jobs im Wiener Raum entstanden.

Molekularbiologin Fialka startete 2004 bei INiTS als Start-up-Consultant mit dem Schwerpunkt Life Sciences sowie Schutz und Verwertung geistigen Eigentums. In dieser Rolle unterstützte sie Entrepreneurinnen und Entrepreneure bei der Entwicklung passender Strategien zum Schutz ihrer Innovationen, bei der Planung und Finanzierung ihrer Geschäftsideen.

In puncto Finanzen hilft INiTS im ersten Schritt den potenziellen Gründerinnen und Gründern, öffentliches Kapital zu nutzen, um Unternehmenswert aufzubauen. Fialka: "Die Förderlandschaft ist sehr gut ausgebaut." In der Folge bringt INiTS private Investoren ins Spiel, wobei Fialka und ihr Team auf ein Netzwerk aus Business Angels und Venture-Capital-Gebern zurückgreifen können. Im Zeitraum 2002 bis 2013 konnten die von INiTS betreuten Firmen insgesamt 119 Millionen Euro an Privatkapital aufnehmen.

Was Fialka ein wenig schmerzt, ist die schwache Präsenz von Frauen in der Start-up-Szene. Bei den Investorenevents würden sich kaum Frauen im Publikum befinden, und an INiTS treten weitaus mehr potenzielle Jungunternehmer als Jungunternehmerinnen heran. "Der Frauenanteil beträgt nur rund 10 Prozent", so Fialka. Das ist auch ein Grund, warum im Rahmen des INiTS-Awards 2013, mit dem wissenschaftliche Arbeiten mit wirtschaftlicher Verwertbarkeit prämiert wurden, ein eigener "woman award" ausgeschrieben wurde. 2013 erhielten diesen Heidelinde Herzog und Astrid Mach-Greiner von der TU Wien sowie Katrin Greimel von der Boku Wien.

INiTS wurde im Jahr 2002 von der Universität Wien, der Technischen Universität (TU) Wien und der Technologieagentur der Stadt Wien (ZIT) als Teil des AplusB-Programms des Infrastrukturministeriums gegründet. Es berät und unterstützt Jungunternehmer mit innovativen Ideen in einer bis zu 18 Monate dauernden Inkubator-Betreuung.

Das INiTS-Service richtet sich an die Absolventen, Beschäftigten und Studenten der Wiener Universitäten und Fachhochschulen.