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Woche der Entscheidungen in Oberösterreich

Von Julia Urbanek

Politik

Hummer erstes weibliches ÖVP- Regierungsmitglied. | Sigl setzt sich gegen Strugl durch. | Linz. Dass das fünfte Regierungsmitglied der oberösterreichischen ÖVP erstmals weiblich sein würde, war schon länger bekannt. Am Dienstag wurde die neue Landesrätin in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz vorgestellt: Die 36-jährige Unternehmerin Doris Hummer übernimmt gleich drei Ressorts: Jugend, Frauen und den neu geschaffenen, von Hummer als "Ressort der Zukunft" bezeichneten Bereich Bildung, Wissenschaft und Forschung. Dafür wurden Agenden von Landeshauptmann Josef Pühringer, ÖVP-Landesrat Viktor Sigl und dem ehemaligen Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider zusammengeführt.


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Dieses Ressort reize sie besonders, sie möchte in Bildungsfragen mehr "Mut zur Veränderung" zeigen, erklärte sie im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Im Frauenressort, das ihr wie der Jugendbereich wohl "als Automatismus" zugefallen sei, möchte sie Rahmenbedingungen schaffen, "damit wir in 20 Jahren das Ressort nicht mehr brauchen". Das operative Geschäft als Unternehmerin im eigenen und im elterlichen Betrieb wird Hummer, die bisher auch Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft war, niederlegen.

Koalition weiter offen

Am Freitag wird die erste konstituierende Sitzung im oberösterreichischen Landtag stattfinden. Bis dahin ist noch viel zu klären: Offen ist noch, mit wem - und ob überhaupt - die Volkspartei koalieren wird. Am Montag verhandelte die ÖVP bis spätnachts mit den Grünen. Eine offene Frage war dabei wohl auch, ob das Energieressort bei Grünen-Chef Rudi Anschober bleibt oder zur ÖVP wandert.

Entschieden scheint jedenfalls das Rennen um das Wirtschaftsressort: Lange war ÖVP-Landesgeschäftsführer und der Leiter des erfolgreichen Wahlkampfes Michael Strugl für den Posten im Gespräch. Wohl nicht zuletzt die starke Unterstützung der Industriellenvereinigung und von WKO-Chef Christoph Leitl für Amtsinhaber Viktor Sigl führten aber zu einem Rückzug Strugls.

Der 46-Jährige erklärte am Sonntag, nicht in die Regierung zu wechseln. Seine politische Zukunft sei "vollkommen offen", heißt es aus seinem Büro. Unklar sei auch, ob er in der Politik bleibe oder in die Privatwirtschaft gehe. Diese und weitere Personalentscheidungen werden beim ÖVP-Landesparteivorstand am Donnerstag besprochen. Und dann wird wohl auch eine allfällige neue Koalition feststehen.

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