Wohin mit dem Krempel?

Von Sophia Freynschlag

Wirtschaft
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Tipps fürs Ausmisten und Ordnung schaffen.


Wien. Es sind die Klassiker: der Heimtrainer im Wohnzimmer, der mit guten Vorsätzen gekauft wurde, der aber mittlerweile nicht mehr genutzt wird und daher als Kleiderständer herhalten muss. Das Fondueset, das ungenutzt im Schrank steht. Und die Schuhe aus dem Paris-Urlaub, die seit Jahren im Keller verstauben. "Es gibt viele Haushalte, in denen sich viel zu viele Dinge angesammelt haben", sagt Ordnungscoach Katrin Miseré. Wer erst einmal den Tisch abräumen muss, bevor er dort essen kann, oder die Arbeitsfläche in der Küche freimachen muss, bevor er zu kochen beginnen kann, sollte schleunigst Ordnung schaffen.

Durchschnittlich 964 Euro in Form von ungenutzten Dingen verstauben in österreichischen Haushalten, wie eine Umfrage der Flohmarkt-App Shpock unter 500 Personen in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut MindTake Research ergeben hat. Besonders oft liegen Bücher, Kleidung, Spiele und Filme ungenutzt daheim herum.

Das Ausmisten gelingt am besten, indem man sich einen kleinen Bereich aussucht. Das kann beispielsweise ein Platz sein, den man gleich wieder nutzen möchte (etwa der Schreibtisch oder die Küche) oder jener Raum, in dem das größte Chaos herrscht. Wichtig sei, zuerst nur diesen Bereich in Angriff zu nehmen, sagt Miseré: "Viele scheitern beim Aufräumen, weil sie sich verzetteln."

Dann beginnt das eigentliche Aufräumen: Alles, was im Raum benötigt wird, darf dort bleiben, alles andere wird in jenes Zimmer gelegt, wo es eigentlich hingehört. Aussortiert wird alles, was kaputt ist oder nicht benötigt wird. "Man sollte sich immer die Frage stellen: Was brauche ich wirklich? Brauche ich beispielsweise so viele verschiedene Töpfe oder reichen auch weniger?", sagt Miseré.

Anschließend werden die verbliebenen Gegenstände geordnet: Oft benötigte Dinge sollten griffbereit sein, seltener gebrauchte Gegenstände können weiter oben oder hinten verstaut werden. Dabei gelte es zu beachten: "Die Ablageflächen müssen frei bleiben."

Ungeliebte Geschenke müssen nicht ewig aufgehoben werden

Oft fällt es schwer, sich von Besitztümern zu trennen. "Man muss sich klarmachen, warum man an bestimmten Dingen festhält. Oft stecken sentimentale Gründe dahinter: Beispielsweise hat man Angst, den schönen Urlaub in Paris zu vergessen, wenn man die dort gekauften Schuhe ausmistet", sagt Miseré. Auch Geschenke, die einem nicht gefallen, sollte man nicht ewig aufbewahren: "Man ist nicht verpflichtet, die Wohnung mit Dingen vollzustellen, die einem nicht gefallen."

Beim Gewand Ausmisten bewähren sich Kisten: Kleidungsstücke, die man ein Jahr nicht getragen hat, können - mit wenigen Ausnahmen wie Ballkleider - weggegeben werden. Oft reicht es, das Kleidungsstück noch einmal zu probieren, damit man wieder weiß, warum man es in letzter Zeit nicht getragen hat.

Die Ordnungsberaterin selbst geht beispielsweise beim Einkaufen von Schuhen nach dem Prinzip vor: Wenn ein neues Paar hinzukommt, fliegt ein altes raus. Damit kann sich nie zu viel ansammeln, und es wird regelmäßig ausgemistet. An Büchern behält sie nur jene, die sie weiterempfehlen würde. Aufräumen empfindet sie als befreiend: "Ich bin glücklich, wenn im Bücherregal oder im Kleiderschrank Platz frei ist." Wer konsequent ausmiste, werde mit dem Gefühl belohnt, loslassen zu können.

Im Internet lässt sich Gebrauchtes zu Geld machen

Wer entrümpelt hat, stellt sich die Frage: Wohin mit den alten Sachen? Fürs Wegschmeißen sind viele aussortierte Sachen zu schade. Oft freuen sich Bekannte, Verwandte oder Arbeitskollegen über Bücher, Kinderspielzeug oder Kleidung, für die man selbst keine Verwendung mehr hat. "Ich sehe ausgemusterte Dinge als einen Wert, der bei mir nicht genutzt wird, über den sich aber vielleicht andere freuen", sagt Miseré.

Gelegenheiten, um Gegenstände loszuwerden, gibt es viele: Wie wäre es beispielsweise mit einer Tauschparty, zu der jeder Gast Dinge mitbringt, die er nicht mehr braucht? Natürlich können gebrauchte Gegenstände wie Kleidung oder Schulutensilien auch gespendet werden. Besonders über Winterbekleidung, Jacken, Handschuhe und Schuhe freuen sich Organisationen wie die Gruft oder die Caritas im Herbst, sagt Martin Gantner, Sprecher der Caritas der Erzdiözese Wien.

Wer die ausgemusterten Gegenstände hingegen zu Geld machen möchte, ist bei Internetplattformen wie Willhaben, Shpock, Ebay, Amazon, Rebuy oder Momox an der richtigen Stelle. Auf dem Online-Anzeigenportal Willhaben, auf dem mehr als 2,5 Millionen Anzeigen verfügbar sind, können kostenlos Kleinanzeigen aufgegeben werden. Allerdings brauchen Verkäufer mitunter Geduld, bis sich ein Abnehmer findet. Während beispielsweise eine Kaffee-Padmaschine innerhalb eines Tages verkauft war, dauert es bei manchen Büchern Monate, bis sich ein Interessent meldet, wie ein Test zeigt. Schneller los wird seine ausgemusterten Gegenstände, wer sie an Wiederverkaufsportale wie Rebuy und Momox schickt. Privatpersonen können Bücher, DVDs, Handys oder Notebooks einsenden. Die Unternehmen prüfen die Ware, das Geld wird auf das Kunden- bzw. das Bankkonto überwiesen. Ein Vergleich der Portale lohnt sich jedenfalls, denn der Haken ist der oft niedrige Betrag, den die Firmen zahlen: Für Bücher gibt es teilweise nur 15 Cent.