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Intervention würde mehr schaden als nützen. | Säkulare Kräfte haben Angst vor Güls Islamismus. | Istanbul. (apa) Nach der Bekanntgabe der erneuten Präsidentschaftskandidatur des türkischen Außenministers Abdullah Gül wartet das Land gespannt auf die Reaktion der Militärs. Werden sie putschen, um Gül zu verhindern? Oder nur grummeln? Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass es zwar Krach mit den Generälen geben wird, aber keinen offenen Staatsstreich: Eine politische Eiszeit zwischen Präsident und Armee ist in Ankara wahrscheinlicher als rollende Panzer.
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Die Generäle hätten eingesehen, dass ihre politischen Interventionen in der Vergangenheit für sie selbst mehr Schaden als Nutzen gebracht hätten, schrieb der Kolumnist Rusen Cakir in der Zeitung "Vatan" am Mittwoch. Ein anderer Leitartikler sagte voraus, unter anderem wegen des Kopftuches von Güls Ehefrau Hayrünnisa werde es zwar neue Spannungen geben, aber die Armee werde Güls Präsidentschaft am Ende akzeptieren.
Wähler verärgert
Auch Gül selbst scheint davon überzeugt zu sein. "Präsident werde schließlich ich, nicht sie", sagte der 56-Jährige über seine Frau. Gegner werfen Gül heimlichen Islamismus vor; der für seine europapolitischen Reformen bekannte Außenminister weist dies zurück. Bei seiner Nominierung unterstrich Gül seine Entschlossenheit, als Präsident für das säkulare System der Türkei einzustehen. Ende April hatte der Generalstab mit einem Putsch gedroht, falls Gül zum Präsidenten gewählt werden sollte. Diese Drohung trug am 22. Juli zum Wahlerfolg von Güls Partei AKP bei, weil viele Wähler über die Intervention der Militärs verärgert waren.
Mit einem Putsch würden die türkischen Generäle nicht nur die Verantwortung für das dann absehbare Ende der türkischen EU-Bewerbung auf sich laden, sondern auch den Willen von 47 Prozent der Wähler im eigenen Land ignorieren. Die auf den Respekt der Öffentlichkeit bedachten Militärs dürften deshalb auf einen klassischen Staatsstreich verzichten.
Ganz ohne Gegenreaktion der Militärs wird Güls Bewerbung und seine dank der AKP-Mehrheit im Parlament sicher erscheinende Wahl zum Staatspräsidenten aber auch nicht bleiben. Der Ex-General Armagan Kuloglu ließ sich am Mittwoch mit den Worten zitieren, Güls Kandidatur sei ein Zeichen dafür, dass die AKP auf Konfrontationskurs gehe. Eine Antwort der Militärs werde kommen, wenn die Zeit dafür reif sei.
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