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Wollen Sie ein Key Account Manager sein?

Von Martin Sattler

Wirtschaft

Oft schwierig, | passende deutsche Namen zu finden. | Unwissende sollen abgeschreckt werden. | Wien. Sind Sie derzeit auf der Suche nach einer neuen Stelle? Wie wäre es mit einem Job als Approvals Manager oder als Maintenance Superintendent? Falls Sie nicht wissen, welche Aufgabe sich dahinter verbirgt, geht es Ihnen wie vielen Österreichern. Denn immer öfter finden Stellenbeschreibungen und -titel nach amerikanischem Vorbild Eingang in die heimischen Stelleninserate und verdrängen die bisherigen deutschen Beschreibungen.


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"Amerikanische Jobtitel, wie etwa Key Account Manager, sind heutzutage Usus. Meist gibt es hier keine deutsche Bezeichnung oder es sind neue Tätigkeiten, für die international verständliche Positionen verwendet werden", bestätigt Irmgard Prosinger, Pressesprecherin des Personalvermittlers Trenkwalder. So sei es schwierig, für Facility Manager - einem technischen Mitarbeiter, der sich um die Instandhaltung des Gebäudes kümmert - einen passenden, kurzen deutschen Namen zu finden, da der bisher übliche Begriff Hausmeister mit einem negativen Image behaftet sei.

Dass Stellenausschreibungen mit englischen Namen manche Jobsuchende aber mehr verwirren als zu einer Bewerbung motivieren, ist zuweilen sogar gewollt. "Offene Stellen richten sich oft an Mitarbeiter mit Erfahrung in internationalen Konzernen, die die Begriffe natürlich kennen. Wer mit der Anzeige nichts anzufangen weiß, braucht sich daher gar nicht erst zu bewerben", erklärt Peter Gusmits, Partner bei Neumann International.

Grundsätzlich müsse man zwischen internationalen und unternehmensinternen Bezeichnungen unterscheiden, so Prosinger. Gerade in der Telekomunikationsbranche gibt es sehr viele amerikanische unternehmensinterne Positionsbezeichnungen, die kaum außerhalb des Unternehmens verstanden werden. Hier ist es dann Aufgabe des Personaldienstleisters, mit dem Unternehmen eine verständliche Formulierung für ein Inserat zu finden. Auch Gusmits sieht in den Branchen IT, Telekommunikation sowie Marketing und Vertrieb die meisten englischen Stellenbezeichnungen. Technische Positionen hingegen - wie Betriebsleiter - würden aber nach wie vor vorwiegend auf deutsch ausgeschrieben. Genauso die Toppositionen des Geschäftsführers oder Vorstandsdirektors.

Titel billiger als ein größeres Büro

Ein international verständlicher Titel in englischer Sprache hilft aber nicht nur im Umgang mit Geschäftspartnern im Ausland, sondern gefällt vor allem auch den Mitarbeitern. So macht es im Freundeskreis größeren Eindruck, wenn man sich beispielsweise als Sales Person outet denn als Verkäufer im Einzelhandel; oder als Legal Affairs Manager anstelle des Firmenjuristen. Während in den USA jeder weiß, dass Manager auch jemand sein kann, der bloß die Putzfrau beaufsichtigt, ist dieses Wissen in Österreich noch nicht weit verbreitet. "Tolle Titel sind billiger als eine Gehaltserhöhung oder ein größeres Büro und schinden auch Eindruck", bringt es Gusmits auf den Punkt. So hätte beispielsweise eine Versicherung vor ein paar Jahren alle Funktionstitel abgeschafft; darüber waren die Mitarbeiter aber so unglücklich, dass man nun dem Titelkult wieder frönt.

Es gibt aber auch Titel, die mittlerweile in Österreich keinen guten Ruf mehr genießen, etwa der des Assistenten der Geschäftsführung. Theoretisch kann das ein Prokurist genauso wie eine Kopierkraft sein. Gerade deswegen hätte diese Bezeichnung in den vergangenen Jahren stark an Attraktivität verloren und würde nunmehr kaum noch verwendet, erklärt Gusmits.

Übrigens: Der Approvals Manager prüft Geräte und Produkte auf mögliche Risikofaktoren für die Gesundheit des Kunden und der Maintenance Superintendent leitet die Bereiche Reparatur und Wartung eines Betriebs. Unter einem Key Account Manager versteht man den Betreuer eines großen Schlüsselkunden.