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Woran Österreich stirbt

Politik

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Corona dominieren die Todesursachenstatistik.


Auch 2022 starben mehr Menschen als vor Pandemiebeginn. 92.107 Todesfälle verzeichnet die Statistik Austria für das vergangene Jahr. Das sind rund 10.000 mehr Verstorbene als im Schnitt der Jahre 2015 bis 2019, also bevor sich das Coronavirus weltweit ausbreitete und alleine in Österreich über die Jahre mehr als 22.000 Menschen das Leben kostete.

2022 markierte schließlich den langsamen Übergang zu einer Endemie, Schutzmaßnahmen wurden zurückgefahren, das Leben normalisierte sich. Doch immer noch starben 6.316 Österreicherinnen und Österreicher an der Virusinfektion, in den ersten beiden Pandemiejahren waren es knapp 6.500 (2020) und 7.867 (2021) gewesen.

Meiste Corona-Todesfälle im Frühjahr

Damit ist Covid-19 weiterhin die zweithäufigste Todesursache, nach chronischen Herzerkrankungen, die in rund 15.200 Fällen als Todesursache angeführt wurden. Werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sämtliche Krebsarten zusammengefasst, liegt Corona an dritter Stelle der Todesursachen.

Bei weiteren 1.700 Personen wurde Covid-19 als Begleiterkrankung festgestellt. Barbara Leitner von der Statistik Austria nennt etwa Verstorbene mit fortgeschrittenem Lungenkrebs als Beispiel, die zusätzlich noch am Coronavirus erkrankt waren.

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Der Großteil der coronabedingten Todesfälle entfiel allerdings auf das Frühjahr, vor allem zwischen März und April verstarben Menschen an der Viruserkrankung. In späteren Monaten des Jahres kam es nur noch zu kleineren Wellen mit wesentlich weniger Todesfällen.

Vor allem hochbetagte Menschen verloren durch Corona ihr Leben, das Durchschnittsalter der Verstorbenen lag bei Männern bei 81,2 und bei Frauen bei 85,5 Jahren. Insgesamt lag das durchschnittliche Sterbealter deutlich darunter, bei Männern bei 76,5 und bei Frauen bei 82,5.

Einen deutlichen Anstieg um rund ein Drittel gab es bei der Todesursache Demenz im Vergleich zu den Vor-Pandemiejahren, auch die Zahl der Parkinson-Todesfälle stieg um ein Zehntel an. Laut Leitner eine Entwicklung, die sich schon seit mehreren Jahren abzeichnet. "Wir leben in einer alten Gesellschaft", sagt Leitner. "Eine halbe Million Menschen gehört hier zur Risikopopulation 80 plus."

Anstieg bei unbestimmten Todesfällen

Einen Rückgang um rund ein Drittel gab es im Vergleich zu 2015 bis 2019 dagegen bei den durch Lungenentzündungen verursachten Sterbefälle, kleinere Abnahmen gab es auch bei chronischen Herzkrankheiten, Schlaganfällen, Herzinfarkten sowie für die Sterblichkeit aufgrund von Transportmittelunfällen. Bei all diesen Todesursachen war laut Statistik bereits auch 2020 und 2021 jeweils ein Rückgang im Vergleich zur Vor-Pandemieperiode zu beobachten.

Auffällig ist für Leitner ein Anstieg der Todesfälle aufgrund von nicht näher beschriebenem Unfallgeschehen. 1.279 Personen kostete ein solcher 2022 das Leben, gut ein Viertel mehr als vor der Pandemie. Auch in der Kategorie unbestimmte Todesfälle ist ein Anstieg um fast die Hälfte zu verzeichnen, hier kann nicht zwischen Unfall, Mord oder Suizid unterschieden werden.

Todesursache wird durch Arzt festgestellt

538 Personen waren es insgesamt, vor allem Personen unter 50 waren betroffen. Diese Gruppe starb oft mit Medikamenten- oder Drogenintoxikation an der eigenen Wohnadresse. Genaue Gründe für den Anstieg lassen sich aus der Statistik freilich nicht herauslesen, Leitner vermutet, dass seit Pandemiebeginn Drogen häufiger alleine zuhause konsumiert werden. Dass bedeutet, dass es niemanden gibt, der im Ernstfall Hilfe holen kann.

Bei der überwiegenden Mehrheit der Verstorbenen könne die genaue Todesursache bei der Totenbeschau aber festgestellt werden, die Statistik biete laut Leitner also ein aussagekräftiges Bild über das Sterbegeschehen im Land. Fälle, in denen die Sterbeursache unklar bleibt, sind die Ausnahme.(vis)