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Wulffs Ex-Sprecher in Erklärungsnotstand

Von Nadja Kwapil

Europaarchiv

Bundespräsidialamt wusste offenbar schon 2010 von Gratisurlauben.


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Berlin. Das deutsche Bundespräsidialamt wusste offenbar schon im Sommer 2010 von den Vorwürfen gegen Wulffs Sprecher Olaf Glaeseker. Wie "stern.de" berichtet, hätte es bereits im August 2010 eine Medienanfrage eines Redakteurs der "Süddeutschen Zeitung" gegeben.

Der Journalist wollte laut Bericht damals wissen, ob es richtig sei, dass der Eventmanager Manfred Schmidt Glaeseker wiederholt Gratisurlaube ermöglicht habe. Glaeseker hätte dies bejaht, seine Beziehungen zu Schmidt aber als rein privat dargestellt. Dieselbe Darstellung gab Glaeseker Ende August 2010 in einer Stellungnahme für Lothar Hagebölling, den Leiter des Bundespräsidialamtes. "Falls Hagebölling diese Stellungnahme bekam, muss ihm klar gewesen sein, dass Glaeseker nicht ganz die Wahrheit sagt", schreibt "stern.de". Hagebölling hätte nämlich von Glaesekers dienstlicher Beschäftigung mit Schmidt und dem von diesem organisierten Event "Nord-Süd-Dialog" gewusst.

Schmidt plante 2009, für das Event ein Terminal am Flughafen Hannover zu mieten. Die Flughafengesellschaft hätte ihn aber mit hohen Preisen verärgert. Glaeseker soll sich daraufhin für Schmidt eingesetzt und sich an Hagebölling gewandt haben, so "stern.de".

Wulff erwartet nun von seinem Ex-Sprecher eine Stellungnahme zu den Bestechungsvorwürfen.

Die Vorsitzende der Antikorruptions-Organisation "Transparency International Deutschland", Edda Müller, reagierte auf die neuen Vorwürfe verärgert. Gegenüber "Zeit Online" sagte sie: "Zum wiederholten Male muss der Bundespräsident aufgefordert werden, für Aufklärung zu sorgen."