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Wünsche, Träume, Fragerei

Von Reinhold Aumaier

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Haben Sie schon mal was von Reinhard Keiser gehört; eine Ouvertüre, eine Arie? Im "Klassik-Treffpunkt" konnte der Musikfreund am Samstag auf Österreich 1 "nachsitzen". Bernhard Trebuch hatte den Dirigenten René Jacobs zu Gast. Dieser sprach keck davon, dass man fünf Jahre lang keine Wagner-Oper spielen sollte, damit die noch unentdeckten Meisterwerke, die von seinem Schatten zugedeckt würden, nach und nach aufblühen könnten. Zur Untermauerung dieses Ansinnens hörte man die Ouvertüre und eine Arie aus der Oper "Krösus" des Bach-Zeitgenossen Reinhard Keiser. Die Gesamtaufnahme erscheint im Oktober auf CD. Eine Anregung erster Klasse!

Haben Sie nicht auch schon immer davon geträumt, das Leben, das bekanntlich ein langer, ruhiger Fluss ist, an einem ebensolchen zu verbringen - zumindest im fortgeschrittenen Alter? Die Schriftstellerin und Malerin Catherine Clement gönnt es sich nach jahrelangen Auslandsaufenthalten an der Seite ihres Botschaftergatten. Ihr Ort der erfüllten Sehnsüchte: das Städtchen ihrer Kindheit an der Loire. "Alle Flüsse sind Loire", lautet ihr poetisches Bekenntnis im Rahmen der schönen Arte-Reihe "Mein Land, meine Liebe" (jeweils am Samstag um 20.15 Uhr). Haben wir uns nicht alle hin und wieder längere Kostproben aus der Steinzeit des Fernsehens gewünscht? Das am Sonntag zu Ende gegangene "Déjà vu" hat uns bedient (ORF 2). Die Ausschnitte und die teils hochkarätigen Gäste haben's gebracht. Doch die Gestaltung des Ganzen durch die Herren Podgorsky sen. und jun. war leider gekünstelt, patschert und ein Graus. Musste das (so) sein?!?

Haben wir nicht allesamt schön langsam genug von der immer ärger werdenden Selbstanpreisung und -verliebtheit des ORF?