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WWF kritisiert Entwurf zur Bodenstrategie

Politik

Das 2,5-Hektar-Ziel soll einer "Plausibilisierung" unterworfen werden.


Im März steht laut WWF die Publikation des finalen Entwurfs der Bodenstrategie auf dem Programm, für die bereits im Oktober 2021 der Startschuss fiel. Den aktuellen Entwurf, der der Naturschutzorganisation vorliegt, bewertet diese in einer Aussendung als eine "politische Kapitulation vor dem Flächenfraß". "Gegenüber früheren Entwürfen haben Bund, Länder und Gemeinden die Strategie weiter verschlechtert: Wichtige Abschnitte wurden verwässert, verbindliche Ziele abgeschwächt", mahnt WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories.

Kritisiert wird vor allem, dass das im Regierungsprogramm versprochene Ziel, den Flächenverbrauch auf 2,5 Hektar täglich zu reduzieren, laut Entwurf einer "Plausibilisierung" unterzogen werden soll und somit in Frage gestellt wird. Diesem "Nachvollziehbarmachen" - es soll noch heuer stattfinden - soll dann 2024 eine Diskussion zu einem "gemeinsamen österreichweiten Zielwert" erfolgen, ein Jahr später ein Fortschrittsbericht erstellt werden, dieser dann 2026 veröffentlicht werden.

Bodenversiegelung schreitet rasch voran

Aus dem Landwirtschaftsministerium heißt es, dass aktuell mit Hochdruck an der Fertigstellung der Bodenstrategie gearbeitet werde, ein Beschluss des Strategiepapiers soll im Rahmen einer politischen ÖROK-Sitzung allerdings erst im Laufe des Jahres erfolgen. Auch werde die Strategie bewusst gemeinsam mit den Ländern und Interessensvertretungen auf Augenhöhe ausgearbeitet, es gelte "Qualität vor Tempo." Der WWF ortet neben der verbindlichen Obergrenze für den Bodenverbrauch hingegen die Notwendigkeit "rascher zeitlicher Vorgaben".

Denn in der Zwischenzeit schreitet der Flächenverbrauch weiter voran: Aus den Daten des Umweltbundesamts (UBA) für 2021 geht hervor, dass jeden Tag zehn Hektar an Fläche verbraucht worden sind, über 50 Prozent (5,8 Hektar) seien durch Versiegelung dauerhaft verloren gegangen. Laut UBA sei das ein ungewöhnlich hoher Versiegelungsgrad, da dieser in den Vorjahren bei knapp über 40 Prozent gelegen sei. (bs)