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Zahltag in Kolumbien

Von Ines Scholz

Politik

Bogotá - In Kolumbien sind erstmals zwei Informanten für Hinweise auf den Aufenthaltsort eines Guerilla-Führers entlohnt worden.


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2.500 Dollar (2.544 Euro) wurden den beiden Männern in einer vom staatlichen Fernsehen übertragenen Werbeaktion am Montag überreicht - ein kleines Vermögen in einem Land, in dem mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt. Die Pioniere, die aus Furcht vor Racheakten maskiert vor den Kameras posierten, hatten Hinweise über den Aufenthaltsort von Oswaldo Diaz Alfaro geliefert. Diaz alias "Der Professor", der zur Führungsriege der größten Guerillaorganisation FARC zählt und hinter dem versuchten Attentat auf den rechtsgerichteten damaligen Präsidentschaftskandidaten und nunmehrigen Präsidenten Alvaro Uribe im vergangenen April stehen soll, wurde in der Vorwoche verhaftet.

Schon am kommenden Montag ist erneut Zahltag: Die dicken Geldbündel sollen ab nun wöchentlich an aussagewillige Bürger verteilt werden, wie Verteidigungsministerin Martha Lucia Ramirez jüngst stolz verkündete. Uribe löst damit sein überaus umstrittenes Versprechen ein, mittels Aufbaus eines ziliven Spitzelsystems den Rebellen den Garaus zu machen.