Zum Hauptinhalt springen

Zeit für eine Techno-Etikette

Von Christina Böck

Kommentare

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 9 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Diese Woche teilte David Hasselhoff Geschichtsbuch-Erschütterndes mit: Er sei nicht für den Fall der Berliner Mauer verantwortlich, gab er zu. Einem "Mann und seinem Auto" hätte man das schon zugetraut. Der "Knight Rider" ist ja in letzter Zeit durch eine technologische Entwicklung wieder subtil ins Gedächtnis zurückgerutscht. Denn woran erinnern die neuen iWatches und Gadget-Uhren, wenn nicht an die Wunderdigitaluhr, mit der Michael Knight seinen Kumpel K.I.T.T einst zur Aktion gerufen hat. Allerdings würde es wohl auch Michael Knight heute nicht mehr leicht haben, in ein Kino in den USA zu gehen. Denn dort wird nun überlegt, internetfähige Uhren oder Datenbrillen à la Google Glass in Kinos zu verbieten. Dahinter steckt natürlich die Sorge, dass Zuseher mit diesen Geräten den Film während der Vorstellung aufnehmen können und sogleich ins Internet zur illegalen Verbreitung stellen. Nun wird es aber nicht so sein wie bei manchen Kino-Pressevorführungen, wie etwa dem letzten "Bond", als man sein Smartphone am Eingang abgeben musste. Die Besucher werden lediglich aufgefordert, die Geräte auszuschalten. Ob eine eigene Security dann den ganzen Film lang aufpasst, dass keiner die Brille wieder einschaltet, ist nicht bekannt. Es bleibt fraglich, ob diese Vorgehensweise zum Erfolg führt. Vielleicht sind doch nachhaltigere Überlegungen zum Thema Etikette in dieser neuen technologischen Ära notwendig. Wobei die Kino-Handy-Etikette ohnehin in der Steinzeit steckengeblieben ist. Manchmal wäre man ja schon froh, wenn der Sitznachbar seine Anrufe nach dem Abspann tätigt.