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"Zentralmatura in Mathe verschieben"

Von Brigitte Pechar

Politik

Schmied hält an Terminplan fest, will Schulpartner aber stärker einbinden.


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Wien. Ab 2014 sollen alle AHS-Schüler nach der neuen Zentralmatura abschließen, 2015 folgen dann die BHS-Schüler. Die Elternvertreter machen aber dagegen mobil. "Ich möchte ausdrücklich betonen, dass wir für die Zentralmatura sind, aber in Mathematik sind die Schüler noch nicht so weit", sagt Theodor Saverschel, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen, zur "Wiener Zeitung".

Während die Fremdsprachen und Deutsch ausreichend in Schulversuchen getestet worden seien, gebe es für Mathematik diese Vorbereitung nicht, weshalb Eltern und Schüler fordern, dass die Zentralmatura für Mathematik um zwei Jahre - also auf 2016/2017 - verschoben wird.

Nur Feldtests

In Mathematik werden nämlich ausschließlich Feldtests durchgeführt. Das bedeutet, dass zwar Maturafragen gestellt werden, diese aber nicht zur Benotung kommen. Damit sei aber auch klar, dass die Schüler diese Tests nicht besonders ernst nehmen. Da aber später bei der Zentralmatura nur Fragen kommen, die von den Schülern auch beantwortet werden konnten, befürchtet Saverschel ein massives Absinken des Niveaus. "Denn wenn sich an den Universitäten durchspricht, dass das Mathematik-Niveau sinkt, werden diese Aufnahmeprüfungen für technische Studien einführen", befürchtet Saverschel "einen Kollateralschaden".

Kompetenzorientierung

Die Schüler müssten nämlich künftig nicht einfach nur Formeln abrufen können, sondern wissen, wie man zu dieser Formel komme und wozu sie gebraucht werde. "Kompetenzorientierung nennt man das", sagt der Elternvertreter. "Das erfordert aber einen völlig anderen Unterricht." Und dieser werde eben jetzt noch nicht geleistet. Einerseits, weil es dazu keine Unterlagen gebe, andererseits, weil sich viele Lehrer noch nicht die Mühe machten, umzustellen - obwohl die Schüler, die 2014 maturieren, bereits in der sechsten Klasse sind. Der Erfolg hänge auf Gedeih und Verderb vom Engagement des Lehrers ab. "Somit kristallisiert sich so etwas wie eine göttliche Gnade der Lehrerzuteilung heraus."

Eltern und Schüler fordern daher eine Verschiebung der Zentralmatura in diesem einen Fach. Aber Unterrichtsministerin Claudia Schmied will davon nichts wissen. Am Freitag fand zu diesem Thema schon zum dritten Mal ein Treffen im Unterrichtsministerium statt, an dem Schulpartner und ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon teilgenommen haben. Dort hat es zwar wieder keine Einigung gegeben, aber Schmied kündigte eine stärkere Einbindung der Schulpartner an.

So soll die Kritik am Entwurf zur Reifeprüfungsverordnung eingearbeitet und diese vor Inkrafttreten nochmals mit den Schulpartnern besprochen werden. Außerdem soll bei der nächsten geplanten Verordnung, bei der die Leistungsbeurteilung von Schularbeiten an die der Zentralmatura angepasst werden soll, mit den Schulpartnern beraten werden, bevor sie in Begutachtung geht. Im Herbst und damit früher als geplant soll zudem eine Bundes-Reifeprüfungskommission eingerichtet werden, in der die Schulpartner sitzen und Einblick in die Vorbereitungsarbeiten, Evaluierung der Feldtestungen und Schulversuche bekommen.

Zu viele Fünfer in Kärnten

In Kärnten hat man diese neue Leistungsbeurteilungsverordnung vorweggenommen und Schüler nach der Formel "Fächer sind erst mit 60 Prozent richtiger Antworten positiv" benotet. Wodurch überproportional viele Nicht genügend vergeben wurden. Um Klarheit zu schaffen, hat das Ministerium jetzt festgehalten, dass ein Vierer zu vergeben sei, wenn ein Schüler gestellte Aufgaben "in den wesentlichen Bereichen überwiegend erfüllt".