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Ziel: Eine Gewerkschaft

Von Brigitte Pechar

Politik

Strukturen für "1ne Gewerkschaft" sollen bis 2011 stehen. | GPA will das Ziel schon im Jänner 2007 von allen akkordiert wissen. | Wien. Die ÖGB-Mitgliederbefragung - vom 4. September bis zum 18. Oktober dürfte auf keinen großen Rückhall gestoßen sein. Nur etwa 100.000 haben sich daran beteiligt -dabei waren neben den 1,3 Millionen Mitgliedern auch Nicht-Mitglieder teilnahmeberechtigt. Das Ergebnis wird kommende Woche präsentiert. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Wolfgang Katzian, glaubt, dass der Rücklauf solcher Umfragen größer ist, je näher die Fragen an die Probleme der Menschen rühren.


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Katzian hat bereits ein klares Bild davon, in welche Richtung sich der ÖGB entwickeln muss. Gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Dwora Stein präsentierte er die GPA-Vision für "1ne Gewerkschaft". Demnach sollen die noch bestehenden zwölf Teilgewerkschaften schrittweise aufgelöst und in einer Organisation zusammengeführt werden. Dadurch würden mehr Ressourcen für internationales Engagement und Zielgruppenarbeit frei, da Doppelgleisigkeiten (Grundlagenarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Verwaltung) wegfielen. Dieses Modell sei auch nicht zentralistisch, sondern ermögliche Vielfalt, sagte Stein. Katzian ergänzte, dass in einer Zeit, in der Branchen sich ständig veränderten, sich auch die Gewerkschaft verändern müsse. "Wir sind dabei, einen Kulturbruch im ÖGB zu vollziehen."

Dass die Verwirklichung eines solchen Projekts Zeit braucht, ist Stein und Katzian klar. Ein Grundbekenntnis zu diesem Modell wünschen sie sich schon beim Bundeskongress im Jänner, damit die Strukturen bis zum nächsten im Jahr 2011 abgeschlossen sein können.

Dass das GPA-Modell nicht überall auf Gegenliebe stößt, weiß Katzian. "Wenn das nicht kommt, bauen wir mit der Gewerkschaft Druck, Journalismus. Papier einen sehr starken GPA-Block", sagte er. Und, das wolle er aber nicht als Drohung verstanden wissen, es sei unwahrscheinlich, dass die GPA auch künftig noch 10,5 Millionen Euro jährlich an den ÖGB abliefern werde. "Die Hälfte davon ist hoch gegriffen."