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Zu lange Anreise

Von Rainer Mayerhofer

Politik

Von den 117 wahlberechtigten Kardinälen nehmen voraussichtlich die Alterzbischöfe von Manila und Monterrey (Mexiko), Jaime Lachica Sin und Adolfo Antonio Suarez Rivera, aus gesundheitlichen Gründen nicht am Konklave teil.


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Auch bei den Konklaven des vorigen Jahrhunderts waren nie alle wahlberechtigten Kardinäle - den Auschluss der Über-80-Jährigen verfügte erst Paul VI. - in der Sixtinischen Kapelle und es waren nicht immer gesundheitliche Gründe, die Kardinäle an der Ausübung ihres Rechts zur Papstwahl, das als Höhepunkt einer Kardinalskarriere gilt, hinderten. 1903 verzichtete der Erzbischof von Sidney, Francesco Patrizio Moran wegen der weiten Anreise auf die Teilnahme am Konklave. 1914 kamen die Kardinäle aus Quebec, Baltimore und Boston, Ludovico Nazario Begin, Giacomo Gibbons und Guglielmo OConnel zu spät. Begin und OConnel widerfuhr dieses Missgeschick auch beim Konklave im Jahr 1922. Damals war der Erzbischof von Philadelphia, Dionisio Dougherty, der dritte Verspätete. Dougherty und OConnel kamen aber wenigstens bei der Wahl von Pius XII. im Jahr 1939 zum Zug.

Nicht weite Anreisewege, sondern politische Gründe gab es für Abwesenheiten beim Konklave 1958: Die Erzbischöfe von Zagreb und Esztergom, Alojzije Stepinac und Jozsef Mindszenty waren "amsbehindert". Mindszenty, der 1956 aus der Haft entkommen war und seither in der US-Botschaft in Budapest im Exil sass, fehlte auch beim Konklave 1963.