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Zu viel Bürokratie bei der Förderung von Unternehmen

Von Reinhard Binder

Wirtschaft

Voller EU-Topf wird nicht in Anspruch genommen. | Wien. Wirtschaftsexperten beobachten eine weitere interessante Auswirkung der Finanzkrise: Förderungen werden - auch hierzulande - weniger in Anspruch genommen. Da die Finanzierung von Investitionen wegen teurer Bankkredite zunehmend schwierig wird, investieren Unternehmen weniger. "Und wenn Unternehmen weniger investieren, gehen auch die Anträge auf Förderung zurück", erklärt Kurt Leutgeb von der staatlichen Förder-Servicestelle Austria Wirtschaftsservice im Rahmen der Präsentation des "Handbuch EU-konformer Förderungen". Für Leutgeb ist der Rückgang der Anträge eine Frühwarnung. Der Experte rechnet für 2008 diesbezüglich mit einer Stagnation.


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Dabei ist der EU-Topf für Unternehmensförderungen gut gefüllt. In den kommenden sieben Jahren stehen Österreich 1,4 Milliarden Euro zur Förderung von Wachstum und Schaffung von Arbeitsplätzen zur Verfügung.

"Steigende Zinsen fordern kreative Finanzierungslösungen", weiß Sylvia Bardach, Vorstandsmitglied des Kommunikations- und Informationsanbieters Frequentis, der zwölf Prozent seines Gesamtumsatzes in Forschung und Entwicklung investiert. Ein Mix aus günstigen Darlehen, Förderung, Forschungsprämie und Freibetrag ist dabei besonders wichtig.

Die größte Hürde beim Beantragen von Förderungen ist allerdings der bürokratische Aufwand. "Da häufig nur teure Experten den Durchblick haben, kommt es Unternehmen manchmal billiger, ohne Förderung zu investieren", kritisiert Bernd Rießland, Geschäftsführer des Wirtschaftsförderungsfonds, in Hinblick auf die oft viel zu komplizierten Regelungen.

Coaching und Büros für Jungunternehmer

Eine Unternehmensförderung der anderen Art bietet der Wirtschaftsförderungsfonds für Jungunternehmer. Im Rahmen des Mingo-Projekts werden voll ausgestattete Kleinbüros zu günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt. Daneben gibt es Unternehmens-Coaching in Rechtsfragen, Finanzierung und Förderung.

Buchautorin Hannah Rieger von der Investkredit möchte den heimischen Unternehmen Mut machen, sich vor anstehenden Investitionsprojekten über eine allfällige Fördermöglichkeit zu erkundigen. Ein häufiger Fehler: Der Antrag muss rechtzeitig vor Finalisierung des Projekts gestellt werden, und es darf sich nicht um eine bloße Kapazitätserweiterung handeln.

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