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Mit der überraschenden Bekanntgabe der Ressortzuteilung in der neuen EU-Kommission hat deren designierter Präsident José Manuel Durao Barroso den künftigen Mitgliedern wenig Chancen auf Änderungswünsche gelassen. Er gab ihnen aber auch kaum Gelegenheit zur Unzufriedenheit.
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Den Wünschen nach einem "Superkommissar" kam José Manuel Durao Barroso zwar nicht entgegen. Bedeutende Ressorts erhielten aber sowohl Deutschland als auch Großbritannien: Günter Verheugen wird Industriekommissar und Vize-Kommissionspräsident, Peter Mandelson erhält das Handelsressort. Auch Österreich konnte sich zufrieden zeigen mit der Nominierung von Benita Ferrero-Waldner zur EU-Kommissarin für Außenbeziehungen und Nachbarschaftspolitik. "Es handelt sich um die bedeutendste Funktion, die ein Österreicher bekommen hat, seit Kurt Waldheim UNO-Generalsekretär war", bekräftigte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.
Mehr Gewicht erhielten auch die neuen EU-Mitgliedstaaten: So wird Polens Kommissarin Danuta Hübner für Regionalpolitik zuständig, in die ein Drittel des EU-Budgets fließt. Polnische Medien wiesen auf die Bedeutung des "Schlüsselressorts" hin, während Hübner selbst ihre Freude zum Ausdruck brachte: Immerhin werde Polen ab 2007 einer der größten Nutznießer der Regionalpolitik sein. Gleichzeitig versprach sie faire Behandlung bisheriger Profiteure wie Spanien, Portugal und Griechenland.
Anerkennung für den künftigen Kommissar gab es auch in Ungarn. Auch wenn die Opposition die Eignung von Laszlo Kovacs als Energiekommissar anzweifelte, sprachen die Regierungsparteien von einem "strategisch wichtigen Sektor".
Befangenheit wird wiederum in Dänemark der künftigen EU-Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel vorgeworfen. Für einen Bauernhof bezieht sie nämlich selbst Unterstützung in Höhe von mehr als 52.000 Euro.
Kommende Woche kommt die Kommission zu einer informellen Sitzung zusammen, bei der die Aufgaben der Mitglieder erörtert werden. Ab 27. September stellen sich die neuen Kommissarinnen und Kommissare einem Hearing der EU-Abgeordneten, die das Gremium bestätigen müssen.
Arbeiten muss die neue Kommission unter anderem an ihrem Image. Dieses ist vor allem in Großbritannien und Österreich schlecht. Laut einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage hat in diesen Staaten eine relative Mehrheit der Befragten eher kein Vertrauen in die Brüsseler Behörde. In Österreich sind es 44 Prozent, während 37 Prozent der EU-Kommission eher trauen. EU-weit trauen ihr 48 Prozent.
Die Skepsis gegenüber der EU zu verringern, hat sich auch Barroso zum Ziel gesetzt. Nicht zuletzt deswegen hat er das Ressort Institutionelle Beziehungen und Kommunikationsstrategie geschaffen. Leiten wird es die Schwedin Margot Wallström.
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