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Von Tamara Slavik

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Der Sturz von Marie Marchand-Arvier beim Super G von Val d’Isère gehörte zum Grauslichsten, was man heuer im Weltcup gesehen hat. Oder besser: nicht gesehen. Die TV-Regie ließ Pietät vor Sensationsgier ergehen und zeigte erst eine Wiederholung, als erste Entwarnung gegeben werden konnte. Stattdessen sah man Gesichter, die alle Nuancen der Gefühlslage unter den Fahrerinnen spiegelten: eine Mischung aus Betroffenheit, Freude über die eigene Fahrt und darüber, wohlbehalten ins Ziel gekommen zu sein, und jenes Maß an Wurschtigkeit, das man wohl braucht, um sich nicht verrückt machen zu lassen. Eine Sicherheits-Diskussion ist unerlässlich, Hektik aber entbehrlich. Denn am Ende steht ohnehin die Erkenntnis, dass der Skisport nie gänzlich seines Risikos entledigt werden kann. Denn sicher ist nicht einmal das von Rainer Schönfelder im Scherz angesprochene Liftfahren. Und auch da würde keiner hinschauen.