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Zumindest vier Brautwerber für AUA

Von Karl Leban

Wirtschaft
Geplant ist, dass mit der Wahl des Partners alles sehr flott vonstatten geht. Wer es wird, soll schon Ende Oktober feststehen. Foto: AUA

Lufthansa, Air France, S7 und British Airways fix im Pulk der Bieter. | Mayrhuber: "Wollen in 'Champions League'." | Wien. "Wir haben uns vorgenommen, nichts zu dem Thema zu sagen, und dabei bleibt es auch." Höflich, aber bestimmend wehrte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber am Mittwoch Fragen der Presse in Sachen AUA ab. Der gebürtige Oberösterreicher war Stargast des diesjährigen Luftfahrt-Symposiums in Wien. | Arabisches Fazit: Pünktlich und etabliert | Servus und Service an Bord


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Allzu viele Neuigkeiten hätte er den Journalisten wohl auch nicht auftischen können. Denn seit Wochen ist klar: Die Lufthansa verfolgt ernsthafte Absichten, bei der Privatisierung der AUA den Zuschlag für die Bundesanteile zu bekommen und danach auch die Aktien des Streubesitzes zu übernehmen. Offenbar ist die Kranich-Airline auch bereit, beim Preis hoch zu pokern.

"Als ein gut aufgestelltes Verbundunternehmen der Airline-Industrie wollen wir in Zukunft eine tragende Rolle spielen und in der globalen Champions League mitmischen", betonte Mayrhuber im Rahmen des Symposiums in der Raiffeisen Zentralbank.

Jedenfalls bis morgen, Freitag, sind im Bieterverfahren erste Angebote - samt detaillierter Strategien für die Zukunft der defizitären AUA - vorzulegen. Neben der Lufthansa, die vom Start weg als aussichtsreichster Bewerber gilt (weil mit der AUA bereits langjährig kooperiert wird), gehen zumindest noch drei weitere Fluglinien ins Rennen: Air France, die russische S7 und British Airways. Doch nicht dabei sein dürften Air China und Turkish Airlines, die beide ursprünglich Interesse signalisiert hatten.

Verkauf erfolgt im Blitztempo

AUA-Boss Alfred Ötsch, der ebenfalls an dem gestrigen Symposium teilnahm, sagte vor Journalisten nur, dass sich für die "fesche Braut" viele Kandidaten bewerben würden - vor allem die richtigen. "Die Großen und Starken sind dabei." Beim Symposium selbst betonte Ötsch einmal mehr: "Mit der richtigen Partnerschaft haben wir eine tolle Perspektive, die nicht nur für uns gut ist, sondern auch für den Wirtschaftsstandort und natürlich auch für unseren Hub in Wien." Ohne schrumpfen zu müssen, habe die AUA dann die Chance, "in heutiger Größenordnung profitabel zu fliegen". Bereits Ende Oktober soll feststehen, welche Fluggesellschaft als Partner zum Zug kommt, bekräftigte Ötsch.

Der Zeitplan ist eng. Unmittelbar nach der jetzigen ersten Bieterrunde wird die Staatsholding ÖIAG mit der von ihr beauftragten Investmentbank Merrill Lynch die eingelangten unverbindlichen Offerte sichten und am 16. September die besten davon auswählen. In der zweiten Phase des Bieterwettstreits erhalten die verbliebenen Bewerber dann Einblick in die Bücher der AUA. Ötsch: "Damit sie wissen, wofür sie ihr Geld hergeben und wo Synergien zu holen sind." Daneben gibt es intensive Management-Präsentationen und Gespräche mit den Kandidaten, in die auch die AUA eingebunden ist. Verbindliche Offerte sind bis 21. Oktober zu legen.

Flughafen wartet gespannt

Herbert Kaufmann, Chef des Wiener Flughafens, harrt unterdessen gespannt der Dinge. Er ist an einer erfolgreichen Privatisierung der AUA höchst interessiert, äußert jedoch nach außen hin keine Vorlieben für einen bestimmten Partner: "Entscheidend ist, dass der Flughafen Gateway nach Osteuropa bleibt." Diese Funktion könne aber nur erhalten werden, "wenn es einen Home-Carrier (wie die AUA, Anm.) und ein entsprechendes Hubsystem gibt", so Kaufmann beim Symposium. Zurzeit umfasst das AUA-Netz in Osteuropa 48 Destinationen.

Die Job-Sorgen der Mitarbeiter von AUA (und Flughafen) kann Austrian-Chef Ötsch im Übrigen nicht teilen. Die Gefahr, dass beide Unternehmen zurückgestutzt würden, "sehe ich mit dem Partner nicht". Denn genau das gelte es ja durch ihn zu verhindern.