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Zunehmende Schläfrigkeit

Von Stefanie Holzer

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Wolfgang Schüssel traf bei der dienstäglichen Wahlkonfrontation (ORF 2, 22.30 Uhr) auf Thomas Prinzhorn. Diese Paarung versprach Spannung, schließlich geht es bei der Wahl am 3. Oktober sowohl um

Nationalratssitze als auch den Führungsanspruch im bürgerlichen Lager.

Der amtierende Außenminister fasste sein Gegenüber beschwörend ins Auge und erklärte ihm, wie die FPÖ dieses und jenes völlig falsch gemacht habe, wie sehr dagegen die ÖVP stets zum Wohl des Landes

gearbeitet hätte. Prinzhorn allerdings reagierte nicht auf Schüssels bohrend-suggestive Blicke: Die Schlange tanzte nach ihrer eigenen Melodie, sie gerierte sich gar selbst als Schlangenbeschwörer.

Die Interessen "der kleinen Leute" lägen ihm am Herzen, beteuerte er wiederholt. Nicht einmal darüber, ob die FPÖ nun für oder gegen die EU war und ist, erzielten die Herren Einigkeit.

So war es 23 Uhr geworden und die Verfasserin, die in ihrer Eigenschaft als partikulares Wahlvolk eigentlich betört hätte werden sollen, konnte sich ihrer zunehmenden Schläfrigkeit kaum mehr

erwehren. Nicht viel hätte gefehlt und sie wäre bei laufendem Fernseher eingeschlummert · und womöglich erst am frühen Morgen im Fernsehstuhl erwacht. Sie hätte vielleicht davon geträumt, wie einfach

das Leben wäre, wenn bei einer Fernsehdiskussion tatsächlich jemand aufträte, der/die als überzeugende Antwort auf die immer verwickelter erscheinende Frage gestehen könnte, wen man nun tatsächlich

wählen möchte.