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Zur Nachahmung (nicht?) empfohlen

Von Tamara Arthofer

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WZ Tamara Arthofer
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Über Sinn und Unsinn von Sportlerwahlen lässt sich trefflich streiten, was daher diesmal vermieden werden sollte. Denn natürlich sind die Sportarten und die Wege zum Olymp, zu Glanz und Gloria im Normalfall viel zu unterschiedlich, als dass man den oder die "Beste aller Klassen" seriös ermitteln könnte.

Andererseits haben Anlässe wie die Galanacht, die am Donnerstag in Wien stattfand, ihren Wert, der nicht nur mit der Kür an sich zu tun hat - einfach weil es sie gibt. Weil es eine Gelegenheit für die Sieger Anna Kiesenhofer, Vincent Kriechmayr, die Behindertensportler Walter Ablinger, Carina Edlinger, die Special-Olympics-Preisträger Sarah-Maria Baumegger sowie Alexander Flechl, aber auch alle anderen ist, abseits von Schweiß und manchmal Tränen eine Bühne zu bekommen. Im Idealfall animieren sie Kinder und Jugendliche auch in schwierigen Zeiten zu Bewegung - und dazu, Grenzen zu verschieben und Schranken zu überwinden.

Goldene Momente hat der Sport genug zu bieten. Also nützte man das Jubiläum (50 Jahre Sporthilfe, 25 Jahre Lotterien-Sporthilfe-Gala) gleich dazu, über den goldenen Moment der vergangenen Jahrzehnte abstimmen zu lassen. Es wurde Hermann Maiers Sturz 1998 in Japan, nach dem er in einer fast schon mythologisch verklärten Auferstehungsgeschichte zweimal Olympiagold holte. Freilich: ein unvergesslicher Moment, den Maier selbst heute aber rückblickend als Produkt "jugendlichen Leichtsinns" bezeichnet. Es ist dann eben doch nicht alles, was Sportlerinnen und Sportler so treiben, zur Nachahmung empfohlen.