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Das Burgtheater legt die Latte noch einmal höher. 22 Premieren in der nächsten Spielzeit, davon sechs Uraufführungen und drei Erstaufführungen. Burg-Direktor Matthias Hartmann zeigt in seiner zweiten Wiener Spielzeit noch deutlicher, wie und wo er das Haus positionieren möchte: als eine der aktuellsten und qualitativ ersten Bühnen im deutschen Sprachraum. Eine Position, die in den letzten Jahren - vor allem außerhalb Wiens - nicht immer selbstverständlich war.
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Hartmann bindet große Namen des zeitgenössischen Bühnengeschehens noch enger an Wien und zeigt einen - der Papierform nach - ausgewogenen Mix aus Klassikern und Neuem. Dass er die zwei (der vier) von ihm selbst inszenierten Premieren im Dezember stemmen wird, ist ihm jedenfalls zu wünschen. Hartmann holt aber auch jenseits davon mehr Risiko zurück in die Burg. Indem er auch experimentelle Theatermacher jenseits von Gastspielen an das Staatstheater bindet, verrückt er die gesamte Theaterwelt um ein Stück. Die Burg als eine ausschließliche Pflegestation für Klassiker hat längst ausgedient. Langjährige Festival-Stammgäste wie Jan Lauwers ans Haus zu holen, setzt auch den Festivalbetrieb unter Druck, sich nach neuen Theaterformen umzusehen. Und die Künstler selbst, nicht den Verlockungen der institutionellen Bequemlichkeit zu erliegen. Eine Herausforderung. Und die hat selten geschadet.
Keine Komfortzone

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