)
Nicht nur zu zweit auf Kufen aus Metall kann man einen Rodelberg runterdüsen. Das "Wiener Journal" ließ mehrere Alternativen zur klassischen Rodel testen - und zwar von der Hauptzielgruppe.
Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 17 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.
Wien ist zwar prinzipiell nicht gerade prädestiniert für verschneite Hänge, aber hin und wieder gibt es sie ja doch,
diese Tage, an denen sogar in der Hauptstadt so viel Schnee liegt, dass es die Kinder kaum erwarten können, die Rodelhügel in der Umgebung unsicher zu machen.

Längst steht dafür nicht mehr nur die gute alte Holzrodel mit weichem Stoffbezug zur Verfügung. Die Wintersportbranche liefert in regelmäßigen Abständen immer neue und noch mehr Spaß versprechende Alternativen.
Das "Wiener Journal" wollte wissen, was davon eigentlich bei der Zielgruppe ankommt, und ließ deshalb eine Horde Zweitklässler verschiedenste Sportgeräte ausprobieren. Zur Verfügung gestellt wurden uns die Testobjekte freundlicherweise von Intersport Eybl im Wiener Columbus-Center (10., Favoritenstraße 71). Zur Auswahl gab es drei verschiedene Rodeln - eine klassische Familienrodel aus Holz, eine Freizeit-Rennrodel und ein Modell aus Kunststoff - sowie einen Lenkbob, einen sogenannten Zipfelbob, einen Rutschteller und ein Luftkissen.
Bergab wie ein Tornado

Was den Spaßfaktor betrifft, so haben die Hersteller mit dem Luftkissen namens Tornado auf jeden Fall ins Schwarze getroffen. Den Kindern taugte es sichtlich, sich bäuchlings
den Testhügel hinunterzustürzen. Über eine lange Rodelbahn, wie etwa jene am Semmering oder am Preiner Gscheid (siehe unten), würden wir die Achtjährigen damit allerdings nicht alleine hinunterfahren lassen. Denn schon auf einer nicht präparierten Strecke entwickelt der Tornado dank seiner breiten und glatten Auflagefläche eine ordentliche Geschwindigkeit. Gesteuert wird mittels Gewichtsverlagerung, Knie- und Schuhspitzeneinsatz. Für ein gleichmäßiges Gleiten sorgen kleine Rillen an der Unterseite.
Bequeme Lenkung

Auch der Lenkbob hat sich einmal mehr bewährt. Vor allem, wenn die Schneelage bereits zu wünschen übrig lässt, ist er gegenüber der Rodel mit ihren Metallkufen klar im Vorteil. Und er ist auch um einiges leichter zu tragen - kein unwesentlicher Faktor, wenn man mit Kindern im Schnee unterwegs ist.
Kufen aus Metall

Leicht und handlich ist auch die Schlittenvariante aus Kunststoff, die selbst kleinere Kinder mühelos tragen können. Dank Metallkufen ist sie auch auf längeren Strecken eine echte Alternative zum stabil laufenden
Klassiker aus Holz. Gleichzeitig hat sie dadurch aber auch
denselben Nachteil: Wenn der Untergrund nicht fest genug ist, bleibt sie stecken. Wer schon groß genug ist, dass er erstens die Füße vorne an der Kufe ordentlich abstützen kann und zweitens auch bei höheren Geschwindigkeiten die Übersicht behält, kann sich auf eine Rennrodel setzen. Hier ist man nicht aufrecht unterwegs, sondern liegt auf dem Rücken, ganz wie die Profis. Kinder ab zwölf Jahren sollten eigentlich keine Probleme damit haben, auf der Rennrodel auch eine richtige Bahn hinunterzufahren.
Unsere jüngeren Tester mussten sich aus Sicherheitsgründen mit dem Hang hinter dem Schulhaus begnügen, auch wenn sie freilich lieber eine präparierte Naturrodelbahn hinuntergedüst wären.
Abwechslung zwischendurch

Das Angebot an Sportgeräten zum Bergabfahren ist allerdings noch weit vielfältiger: So hatten wir auch einen Rutschteller dabei. Wer darauf sitzt, kann eigentlich nur hoffen, dass Fortuna ihm beisteht und die rutschende Untertasse in die gewünschte Richtung lenkt.
Alles dreht sich, alles bewegt sich, und die kleine Testerin quietscht vor Vergnügen - weil sie weiß, dass das Schlimmste, das ihr hier auf dem Testhügel passieren kann, ein Kipper auf die Seite in den Schnee ist. Und der ist zum Glück an diesem Tag schon sehr weich. Auf brettlhartem Untergrund kann der Teller allerdings hohe Geschwindigkeiten entwickeln. Und dann wäre er fast so gefährlich wie die sogenannten Snow Tubes. Diese Rodelreifen sind nämlich kaum bis gar nicht lenkbar, und eine unkontrollierte Abfahrt kann fatale Folgen haben. Weshalb wir sie erst gar nicht in den Test aufgenommen haben.

Sehr wohl mit dabei war dafür der sogenannte Zipfelbob. Kaum größer als der Hintern, mit dem man darauf sitzt, hat er vorne einen Stiel, der für die Lenkung gedacht ist. Allerdings braucht es dafür einige Übung, denn die ersten Testabfahrten verliefen eher unkontrolliert. Egal, den Kindern hat es Spaß gemacht - schließlich gehört ein kleiner Husarenritt, bei dem es einen über sämtliche Unebenheiten im Gelände schupft, ja auch irgendwie dazu. Zumindest, solange es nicht weh tut. Denn, das lernt man schnell, wenn man Kindern beim Rodeln zuschaut, Spaß macht es ihnen vor allem, wenn es nicht nur ruhig dahingeht.
Kopfschutz muss sein

Freilich sind auch die begnadetsten Rodler und Bobfahrer nicht vor Stürzen gefeit. Und damit ein etwaiger Crash keine bösen Folgen hat, lautet das oberste Gebot: maximale
Sicherheit. Skihose und Skijacke sind deshalb ebenso dringend anzuraten wie ordentliche Handschuhe und feste Schuhe. Und auch ein Skihelm kann nicht schaden - qualitativ hochwertige Modelle, die auch cool aussehen, gibt es ab 50 Euro im Sportfachhandel. Unsere jungen Tester hat der Kopfschutz jedenfalls nicht gestört. Im Gegenteil: Am Ende wollte einer den ausgeborgten Helm gar nicht mehr zurückgeben. Für eine Abfahrt mit dem Tornado sind zudem Ellbogen- und Knieschützer empfehlenswert.
Rodelhügel in Wien
3., Schweizergarten bei Heeresmuseumstraße,
50 m
10., Volkspark Laaerberg, 70 m
10., Kurpark Oberlaa, 250 m
10., Löwygrube, 260 m
10., Heuberggstetten, 300 m
11., Lorenz-Reiter-Straße, 60 m
11., Luise-Montag-Park, 70 m
11., Huttererweg, 65 m
11., Muhrhoferweg, 70 m
12., An den Eisteichen, 80 m
12., Tivoligasse/Grünbergstraße
(Marillenalm), 150 m
13., Wlassakgasse/Nazarenerwiese, 110 m
13., Roter Berg, 120 m
14., Lagerwiese Wolfersberg, 200 m
15., Rohrauerpark, 70 m
18., Pötzleinsdorfer-Schloßpark, 75 m
19., Hintergärtengasse/Hohe Warte, 90 m
21., Gruam (Freiligrathplatz), 50 m
21., Wasserpark, 80 m
21., Haspingerplatz, 70 m
21., Luckenschwemmgasse, 60 m
21., Denglerpark, 60 m
21., Kürschnergasse/Wassermanngasse,
80 m
21., Pastorstraße ggü. 29, 80 m
21., Pastorstraße/Dopschstraße, 70m
21., Josef-Grössing-Park, 160 m
22., Donaupark/Kaffeehaushügel, 100 m
22., Badeteich Hirschstetten, 50 m
22., Hirschstettner Aupark, 60 m
22., Melangasse, 50 m
23., Friedtjof-Nansen-Park, 60 m
Rodelbahn Galitzinberg-Steinbruchwiese
1160 Wien, Ottakringer Wald, 650 m
Telefon: 01/4000-97200
RODELBAHNEN IN NIEDERÖSTERREICH
Rodelstraße in Pfaffstätten bei Baden:
bei Baden, 45 Minuten Aufstieg zur Prokschhütte, Telefon: 0664/5230779
"Zau[:ber:]g Erlebnisrodelbahn" am Semmering:
3 km (Flutlichtanlage, Rodelverleih), Telefon: 02664/8038, Internet: www.hirschenkogel.at
Rodelbahn Stuhleck:
Bundesstraße 16, 8684 Semmering, Telefon: 03853/270, E-Mail: tourismus@spitalamsemmering.com
Rodelverleih: Sport Buchebner, Telefon: 03853/229 16, Internet: www.spitalamsemmering.com
Panoramarodelbahn Preiner Gscheid/Rax:
700 m bis 1 km (Rodelverleih), Telefon: 0676/4629264, Internet: www.tiscover.at/reichenau.noe
Naturrodelbahn Göstling/Ybbs:
1 km, Telefon: 07484/50 20-19
Naturrodelbahn Lackenhof am Ötscher:
800m (Rodelverleih bei Intersport), Telefon: 07480/200 20
Naturrodelbahn im Naturpark Buchenberg:
900m, Telefon: 07442/554 58
Naturrodelbahn "Kothal-Oberrehau":
Opponitz (Oberes Ybbstal), 1,5 km (auch Nachtrodeln), Telefon: 07444/7246 oder 0664/153 08 87
Naturrodeln in Loich (Pielachtal):
300 m und 400 m, Telefon: 02722/7309-25

)
)
)