Archiv: Wissen
- Rumba und Tango vor Einsatz
Rumba und Tango warten auf ihren Einsatz. Mit dem Start dieser beiden europäischen Sonnen-Satelliten am Mittwoch vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan aus verwandelt sich das All in ein Tanzparkett. Denn Salsa und Samba sind bereits in Position gegangen. Wenn jetzt auch der Countdown von Rumba und Tango in der kasachischen Wüste problemlos verläuft, kann das "Cluster II" genannte Quartett in einer Woche mit seiner Arbeit beginnen.
- Hippotherapie: Positive Effekte auf den Körper und den Geist
Stefan war einer jener Schüler, die ihren Lehrern den letzten Nerv rauben. Der hyperaktive Bub sprang mitten in der Stunde auf und lief aus dem Klassenzimmer. Ermahnungen ignorierte er. Zwischen ihm und seiner Umwelt schien keine Kommunikation möglich. Bei einem Schulausflug in eine Reitschule stieg Stefan zum ersten Mal auf ein Pferd - mit verblüffendem Ergebnis: Plötzlich habe er gehorcht, erinnert sich sein ehemaliger Lehrer. Der Kontakt mit dem Tier schien etwas in dem Kind bewegt zu haben.
- Seuchen-oder Umweltschutz?
Menschenleben oder Umweltschutz? Vor diese Wahl stellt ein Killer-Virus New York und wohl bald auch andere Städte in den USA. Sechs Todesopfer hatte das aus Afrika eingeschleppte und von Gelsen übertragene West-Nil-Virus im Herbst 1999 gefordert. Um weiteren Fällen vorzubeugen, fahren Tanklastwagen Nacht für Nacht durch die Straßenschluchten und sprühen Pestizide in die Luft. Auch Boston erwägt den Einsatz der Insektenvernichtungsmittel. Doch Umweltschützer fürchten um den Erhalt labiler Ökosysteme.
- Kombi-Pille gegen Gelsen und üblen Mundgeruch
Der Mann hat den richtigen Riecher: Auf der ganzen Welt spürt der Ingolstädter Uli Breiter (45) nach speziellen Düften. Nach Pfefferminze, Petersilie oder besonderen Zitrusfrüchten. Breiter interessiert sich auch für den indischen Currykürbis, denn der "ist in der Lage, Fettbausteine abzubauen". Der gelernte Fernmeldetechniker hat sich auf die Bereiche Medizin, Kosmetik und Medizintechnik spezialisiert. Mit ungewöhnlichen Methoden gelingt ihm manche Neuentdeckung.
- "Garchinger Atom-Ei" nach 43 Jahren stillgelegt
Ein Kapitel deutscher Atomwissenschaft ist am vergangenen Freitag in Garching bei München zu Ende gegangen: Nach fast 43 Betriebsjahren wurde dort um exakt 10.30 Uhr der Forschungsreaktor München I (FRM-I) endgültig abgeschaltet. Das "Garchinger Atom-Ei" - wie der Reaktor wegen seiner aluminiumverkleideten Betonkuppel genannt wurde - war am 31. Oktober 1957 als erste nukleare Anlage in Deutschland in Betrieb genommen worden.
- Metropolen beeinflussen das Wetter
Großstädter wissen es aus eigener Erfahrung: Zwischen den Hochhäusern staut sich an heißen Tagen die Hitze, Asphalt und Zement nehmen die Sonnenstrahlen auf und geben sie abends wieder ab. Nach Sonnenuntergang bleibt es in den Städten wärmer als in den Vororten oder auf dem Land. Wissenschafter gehen nach neusten Studien sogar davon aus, dass die Hitzeinseln der Großstädte sogar das Wetter beeinflussen und noch in einigen hundert Kilometer Entfernung Gewitter auslösen können.
- Erfolgreiche Fachhochschulen
Erfolgreich angelaufen sind in den vergangenen fünf Jahren die Fachhochschulen (FH) bzw. FH-Studiengänge in Österreich. Für die Finanzierung der geplanten 13 neuen Studiengänge hat das Bildungsministerium vergangene Woche die Zusage vom Finanzministerium erhalten. Damit stehen insgesamt 68 FH-Studiengänge oder etwa 11.600 Plätze zur Verfügung.
- Im F.-X.-Mayr-Geburtshaus gibt es jetzt moderne Entschlackungsdiät
Ewig alte weiße Semmeln mümmeln (als "Kautraining") und mit Kuhmilch "runterspülen" - das ist das satt(?)sam bekannte "Rezept" der nach ihrem Erfinder benannten Franz-Xaver- Mayr-Entgiftungskur. Allerdings: "Heute sind - anders als zu Mayrs Zeiten - Weißmehl und Kuhmilch gerade jene Nahrungsmittel, bei denen die meisten Unverträglichkeiten existieren", so Kurarzt Dr. Udo Jakobitsch vom Hotel "Spanberger", dem Mayr-Geburtshaus in Gröbming (Steiermark).
- Professoren nur mehr via E-Mail "anbeamen"
Der Einsatz der Neuen Medien in der Lehre an den Universitäten und Fachhochschulen in Österreich soll zu einer "vernetzten Wissensgesellschaft" führen, geht es nach den Vorstellungen von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer.
- Die Universitäten auf dem Weg zur erweiterten Autonomie
Über die erweiterte Autonomie der heimischen Universitäten brütet derzeit eine interne Arbeitsgruppe im Bildungsministerium. Die Unis sollen aus der Bundesverwaltung in die vollständige Rechtsfähigkeit entlassen werden. Plänen, wonach die staatlichen Bildungshochburgen zu Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GesmbH) werden könnten, erteilt Bildungsministerin Elisabeth Gehrer jedoch eine klare Absage.
- Schon im Bauch ein Spargelfan
Ob jemand gerne Spargel isst, ob er sportlich ist oder musikalisch oder ein eher ängstlicher Typ - solche Eigenschaften werden schon im Mutterleib vorgeprägt. Grund dafür sind die Sinnesorgane des ungeborenen Fötus, die bereits sehr früh in der Schwangerschaft funktionsfähig sind. "Die spätere Entwicklung des Kindes wird vom Gesamtspektrum der Sinneswahrnehmungen im Mutterleib geprägt", erklärt Manfred Hansmann, Professor für Pränatal- und Geburtsmedizin an der Bonner Universitäts-Frauenklinik.
- Schutz durch Binden und Tampons
Hygieneartikel, in die Bakterien eingepflanzt sind, die normalerweise in der Vagina leben, werden zurzeit in Schweden entwickelt. Damit sollen Unterleibsinfektionen verhindert werden.
- Deutlicher Rückgang der Spätfolgen bei "Frühchen"
Eine am Dienstag präsentierte Studie über den Entwicklungsverlauf risikogeborener Kinder zeigte, dass 70 Prozent der Frühgeborenen nach zwei Jahren eine altersentsprechende Entwicklung aufweisen. Gesundheitsstadtrat Sepp Rieder sieht damit einen positiven Trend bestätigt: "Die Verbesserungen in der Geburtshilfe in Wien haben zu einem Rückgang der Spätfolgen geführt." Kritik übte Rieder allerdings an der Bundesregierung, die das Gesundheitswesen kaputt spare.
- Die Erschaffung künstlichen Lebens
"Es wäre eine große technische Herausforderung. Aber wenn mir jemand 1 Mrd. Dollar gibt, um es zu tun, könnten wir es in ein paar Jahren machen", erklärte Dr. Clyde A. Hutchison, Professor für Mikrobiologie an der Universität von Nord-Karolina und Mitarbeiter am Institut für Genomforschung (TIGR) in Rockville (Maryland). "Es" - das ist die Erschaffung eines maßgeschneiderten Lebewesens aus der Retorte, und zwar der vollständige Zusammenbau eines in der Natur nicht existierenden Bakteriums, das lebt, also sich selbst erhält und vermehrt, aus Bestandteilen, die mit Hilfe der Gentechnik und Molekularbiologie künstlich hergestellt werden.
- Neue Forschungswege zum "Gewitter im Gehirn"
Bei der langwierigen Suche nach den genauen Ursachen einer der rätselhaftesten Krankheiten, der Epilepsie, breitet sich derzeit unter den Forschern Optimismus aus. "Es gibt eine fast spürbare Aufbruchsstimmung", erklärte der Mediziner Timothy Pedley vom Columbia-Presbyterian Medical Center in New York jüngst bei einem von den Gesundheitsinstituten der USA veranstalteten Fachkongress.
- Der Multiplen Sklerose auf der Spur
Ein ganzes Bündel von wissenschaftlichen Entdeckungen nährt die Hoffnung auf neue Medikamente gegen die Multiple Sklerose (MS). Seite an Seite berichten deutsche, englische und amerikanische Forscher in der Fachzeitschrift "Nature Medicine" (Band 6, Nummer I, Seiten 56-61, 62-66 und 67-70 vom Jänner 2000) über Experimente mit Labormäusen, die ein neues Licht auf Entstehung und Verlauf des Leidens werfen.
- "Blutdruck-Detektive" gegen Volkskrankheit
Bluthochdruck ist in Österreich eine Volkskrankheit und als Risikofaktor maßgeblich für die häufigsten Todesursachen Herzinfarkt und Schlaganfall verantwortlich. Trotzdem sind nur die wenigsten Hypertoniker über Risiko und Krankheit informiert. Rund 30 Prozent der Gesamtbevölkerung leidet unter erhöhtem Blutdruck. Hypertonie wird derzeit definiert, wenn bei einem Patienten von 30 Messwerten mehr als sieben einen Wert von mehr als 135/85 mmHg ergeben.
- Forschung in Kürze
- FHS für "Globalisten im Umgang mit Informationen und Wissen"
Die Teilnehmer des Fachhochschul-Studiengangs (FHS) "Informationsberufe" in Eisenstadt präsentierten vergangene Woche ihre Projekte. Die Informationsmanager oder Bibliothekare in spe führen im Rahmen ihrer Ausbildung "reale Projekte mit realen Kunden" durch, betont der Studiengangsleiter, Manfred Koch, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".
- Bakkalaureat und Privat-Unis: Anträge werden noch geprüft
Um der europaweit angestrebten Harmonisierung der Studiensysteme zu entsprechen, ist es ab Herbst auch in Österreich so weit: Erstmals können Bakkalaureat-Studien inskribiert werden, und Privatuniversitäten werden akkreditiert.
- Gen-Rassismus?
- Oft beginnt die Behandlung zu spät
Die Menschen leben heute im Durchschnitt erheblich länger als vor hundert Jahren. Der Anteil der alten Menschen an der Gesamtbevölkerung hat stark zugenommen und wird noch weiter wachsen. Demgemäß treten auch altersbedingte Krankheiten häufiger auf. Weit verbreitet unter alten Menschen ist die sogenannte Demenz, ein allmähliches Nachlassen der geistigen Fähigkeiten. Das Erinnerungsvermögen, die Lernfähigkeit, das Orientierungsvermögen und so weiter lassen nach. Mit zunehmender Verschlechterung des Zustands kommt es im Rahmen der Demenz auch öfters zu Depressionen, zu akuter Verwirrtheit oder psychotischen Störungen.
- Die "Bologna-Erklärung" -ein Programm zur Harmonisierung der Hochschulsysteme
Die am 19. Juni 1999 von 29 europäischen Ländern unterzeichnete Bologna-Erklärung verfolgt das Ziel, bis 2010 einen "europäischen Hochschulraum" zu schaffen. Um aus österreichischer Perspektive die dafür nötigen Schritte zu diskutieren, veranstalteten die Rektorenkonferenz, die Fachhochschulkonferenz und das Bildungsministerium am 21. Juni 2000 den "Ersten österreichischen Bologna-Tag".
- Große Erwartungen in Hubble-Nachfolger
Die Fahndung nach fremden Planetensystemen mit der Spekulation auf außerirdisches Leben läuft auf Hochtouren. Seit der ersten Entdeckung eines Exoplaneten um den 45 Lichtjahre (1 LJ sind 9,5 Billionen Kilometer) entfernten Stern 51 Pegasi im Jahr 1995 sind bis heute 43 dieser Sternbegleiter bekannt. Zuletzt hatten Astronomen vom Genfer Observatorium in Sauverny die Entdeckung von acht Exoplaneten gemeldet.
- Häufig wirksam, aber meist erst nach einiger Zeit
Gegen fast jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen, auch wenn wir es vielleicht noch gar nicht wissen. Und selbst Skeptiker sind oft überrascht von der hohen Wirksamkeit so mancher "Kräutermedizin". Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das jeweilige Mittel den Standards der rationalen Phytotherapie entspricht. Und dass der Leidende etwas Geduld aufbringt, da Medikamente dieser Art so gut wie nie wie Bomben einschlagen.