Es gibt eine gute Nachricht: In Österreich wurde in den vergangenen drei Jahren etwas weniger Boden verbraucht als in den Jahren davor. Pro Tag wurden aber immer noch 11,8 Hektar Boden umgegraben, asphaltiert oder zubetoniert. Das bedeutet zwar einen Rückgang um rund neun Prozent gegenüber dem Zeitraum 2015 bis 2017. Der Bedarf an Baufläche war aber 2018 mit 5,4 Hektar pro Tag so hoch wie seit fünf Jahren nicht. Die Zahlen stammen vom Umweltbundesamt.

Baumstumpf aus Beton. - © W. of Landshire, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=83044125
Baumstumpf aus Beton. - © W. of Landshire, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=83044125

Vom täglich beanspruchten Boden werden 41 Prozent versiegelt. Das heißt, er wird durch bauliche Maßnahmen wasserundurchlässig gemacht. Dabei verliert der Boden all die Klima-Fähigkeiten, die Erde hat: Sie kann Wasser speichern und langsam verdunsten lassen, Schadstoffe filtern und Kohlenstoff binden. Ist einmal eine Asphalt- oder Betondecke über den Boden gezogen, ist der Wasser- und Luftaustausch unterbunden. Und mit dem Verlust an Versickerungsmöglichkeiten steigt zudem die Gefahr von Überschwemmungen und Hochwasserkatastrophen.

Ein Fußballfeld ist circa 105 Meter lang und 65 Meter breit. In Österreich wurde in den vergangenen zehn Jahren jeden Tag eine Fläche von durchschnittlich 30 Fußballfeldern versiegelt, was einer Fläche von 20 Hektar entspricht. Ende 2018 waren in Österreich mehr als 233.000 Hektar Boden versiegelt (3000 mehr als 2017). Seit 2001 stieg der Versiegelungsgrad kontinuierlich um 24 Prozent. Österreich gilt damit als Europameister beim Flächenverbrauch. Experten forderten bisher vergeblich ein strategisches Flächenkonzept, das baulichen Wildwuchs verhindert.

Einer davon, Kurt Weinberger, sieht darin gar das "brennendste Umweltproblem": Bei gleichbleibendem Verbrauch würde es in 200 Jahren keine Agrarflächen mehr geben, meint der Vorstandsvorsitzende der Hagelversicherung. Es seien Flächen, die in Zukunft sowohl für die CO2-und Wasserspeicherung als auch die Lebensmittelproduktion fehlen.